US-Studie: CETA kostet Arbeitsplätze

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Eine Studie der US-amerikanischen Tufts University kommt zu dem Ergebnis, dass das europäisch-kanadische Handelsabkommen CETA nicht nur zum Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen, zu schwächerem Wirtschaftswachstum und geringeren Staatseinnahmen führen wird, sondern auch zu steigender Ungleichheit mit negativen Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt.

Alleine in Europa werde es bis 2023 zu einem Verlust von 200.000 Arbeitsplätzen kommen, in Kanada würden 30.000 und im Rest der Welt 80.000 Jobs wegfallen, geht aus der als Arbeitspapier bezeichneten und von Jeronim Capaldo herausgegebenen Untersuchung hervor. Bisherige Studien seien unter der Annahme erstellt worden, dass die Vollbeschäftigung aufrecht bleibe und es keine negativen Einflüsse auf die Einkommensverteilung gebe.

Sinkende Löhne bedeuten sinkende Steuern

CETA würde sich jedoch sehr wohl auf die Einkommensverteilung auswirken. Der Anteil der Arbeitseinkommen am nationalen Gesamteinkommen würde sich aufgrund des Wettbewerbsdrucks, den die Unternehmen an die Arbeiter weitergeben würden, verringern, jener der Kapitaleinkommen würde dagegen steigen.

Gleichzeitig würden die Lohneinkommen bis 2023 in Kanada um durchschnittlich 1.776 Euro und in Europa je nach Land zwischen 316 und 1.331 Euro pro Jahr schrumpfen. Am höchsten wären die Lohnverluste in Frankreich und Italien.
Mit den Löhnen würden auch Steuereinnahmen und Bruttoinlandsprodukte sinken.

Sollten die politischen Entscheidungsträger CETA anwenden, hätten sie bald nur noch eine Möglichkeit, um angesichts wachsender sozialer Spannungen die Nachfrage zu beleben: die Erhöhung der privaten Kreditvergabe durch mehr Deregulierung, das Öffnen der Tür für nicht nachhaltige Verschuldung und finanzielle Instabilität.

Stattdessen sollte die wirtschaftliche Aktivität durch koordinierte und anhaltende Unterstützung für Arbeitseinkommen und den Beginn eines sozial-ökologischen Wandels stimuliert werden, sind die Studienautoren überzeugt.