Afghanistan unterzeichnet Frieden mit Rebellengruppe

Vertreter der afghanischen Einheitsregierung haben nach monatelangen Verhandlungen einen Friedensvertrag mit der radikalislamischen Gruppe Hizb-e Islami unterzeichnet. Laut dem heute in Kabul geschlossenen Abkommen sollen die Aufständischen unter der Führung von Gulbuddin Hekmatyar, einem der brutalsten Kriegsherren in der Geschichte des Landes, alle militärischen Aktivitäten einstellen.

Dafür erhalten die Aufständischen „rechtliche Immunität“. In Zukunft soll die Gruppe, die nach den Taliban als eine der größten Rebellenorganisationen Afghanistans gilt, rein politisch agieren. Damit die Waffenruhe in Kraft tritt, muss der Vertrag noch vom afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani und dem Rebellenführer selbst unterschrieben werden.

Sanktionen gegen Rebellen sollen aufgehoben werden

Das Abkommen sieht vor, dass alle Hizb-e-Islami-Mitglieder in afghanischer Gefangenschaft binnen zwei Monaten freigelassen werden. Die afghanische Regierung will zudem die Vereinten Nationen und andere Organisationen bitten, Sanktionen gegen die Rebellen aufzuheben. Hizb-e Islami soll dafür auf die Unterstützung terroristischer Gruppen verzichten.

Der Vorsitzende des afghanischen Hohen Friedensrats, Pir Saied Ahmad Gailani, und der Sicherheitsberater des Präsidenten, Hanif Atmar, forderten alle Rebellengruppen einschließlich der Taliban zur Teilnahme am Friedensprozess auf. Das Abkommen mit Hizb-e Islami könnte Beobachtern zufolge zu einem Meilenstein bei den Bemühungen der Einheitsregierung um eine Befriedung des Landes werden.