Russischer EM-Hooligan-Anführer in Haft

Der wegen der Gewalt russischer Hooligans bei der Fußball-EM 2016 zweimal aus Frankreich ausgewiesene russische Fananführer Alexander Schprygin ist vorübergehend festgenommen worden.

Spezialkräfte der Polizei führten den Präsidenten der Fanvereinigung gestern aus einem Moskauer Hotel ab, wo er an einem Kongress des russischen Fußballverbandes teilnahm. Medienberichten zufolge ging es um eine Massenschlägerei zwischen Fans der beiden populärsten Fußballclubs der Hauptstadt, CSKA und Spartak Moskau, am 31. Jänner.

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„Die Ermittlungen laufen noch. Ich habe an keiner Schlägerei teilgenommen. Ich bin nicht verhaftet, sie haben nichts gefunden“, sagte Schprygin wenige Stunden nach seiner vorübergehenden Festnahme. Die Fanvereinigung, deren Präsident Schprygin ist, teilte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass ihre Büroräume durchsucht worden seien.

Die Fanvereinigung wurde aus dem russischen Fußballverband ausgeschlossen. Sportminister Vitali Mutko, der am Wochenende als Vorsitzender des Fußballverbandes im Amt bestätigt wurde, erklärte vor Journalisten, die Festnahme könne mit den Ausschreitungen während der Fußball-EM 2016 zusammenhängen. Nach der EM hatte Mutko das Verhalten Schprygins als „respektlos“ kritisiert und ihm vorgeworfen, dem russischen Fußball zu schaden.