Deutscher Kettenraucher Adolfs darf in Wohnung bleiben

Der als „rauchender Mieter“ bekannte Deutsche Friedhelm Adolfs darf seine Wohnung behalten. Nach jahrelangem Tauziehen wies eine Berufungskammer des Düsseldorfer Landgerichts gestern die Klage der Wohnungseigentümerin auf Räumung zurück, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Nach Überzeugung des Gerichts kann dem Pensionisten und langjährigen Mieter Adolfs kein Verstoß gegen das Gebot der Rücksichtnahme und damit ein vertragswidriges Verhalten nachgewiesen werden.

Qualm im Stiegenhaus

In dem deutschlandweit beachteten Rechtsstreit ging es unter anderem um die Frage, inwieweit ins Stiegenhaus ziehender Zigarettenrauch aus der Wohnung von Adolfs für Belästigungen gesorgt hatte.

Zunächst hatte das Düsseldorfer Amts- und Landgericht Räumungsklagen der Vermieterin gegen den starken Raucher stattgegeben. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob die Entscheidung jedoch im Februar 2015 auf und verwies den Fall zurück an das Landgericht.

Dessen Berufungskammer vernahm nun in dem neuen Verfahren 13 Zeugen. Dabei gelangten die Richter der Sprecherin zufolge nicht zu der Überzeugung, dass die Beeinträchtigungen durch Tabakgeruch im Stiegenhaus auf ein vertragswidriges Verhalten von Adolfs zurückzuführen waren. Damit aber habe auch kein Kündigungsgrund bestanden.