USA wägen härteren Kurs in Syrien ab

Die USA wägen Regierungskreisen zufolge Möglichkeiten für eine härtere Reaktion auf die von Russland unterstützte Offensive der syrischen Armee in Aleppo ab. Dazu zählten auch militärische Optionen wie eine bessere Ausrüstung der Rebellen durch US-Verbündete in der Region, sagten Insider gestern der Nachrichtenagentur Reuters.

Furcht vor russischen Opfern

Allerdings seien die Möglichkeiten begrenzt, weil Präsident Barack Obama wiederholt einen Militärschlag gegen die syrische Armee und einen größeren Einsatz von US-Truppen abgelehnt hat.

Ein US-Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt sei unwahrscheinlich, weil es dabei zu russischen Opfern kommen könnte, was die Lage weiter verschärfen würde. Es sei daher unklar, ob Obama überhaupt mehr Alternativen habe, als den Ton zu verschärfen. Russland selbst habe Interesse daran, die Gewalt in dem Land zu stoppen. Andernfalls könnten Extremisten das Machtvakuum ausnutzen und sogar russische Städte angreifen.

Russland empört

Der russische Außenstaatssekretär Sergej Riabkow erklärte in einer ersten Reaktion in Moskau, die jüngsten Äußerungen kämen einer Unterstützung des Terrorismus gleich. „Diese kaum verhohlene Aufforderung, Terrorismus als Waffe gegen Russland einzusetzen, zeigt, wie weit sich die US-Regierung im Nahen Osten und besonders in Syrien herabgelassen hat“, kritisierte Riabkow. Es gebe keine Alternative zum ursprünglichen Plan der USA und Russlands, eine Feuerpause durchzusetzen.

Washington droht Moskau

Die USA hatten Russland mit dem Abbruch der diplomatischen Zusammenarbeit in Syrien gedroht. Außenminister John Kerry zeigte sich seinem Sprecher zufolge in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow „tief besorgt“ über die Lage in der umkämpften Großstadt Aleppo.

Kerry warf Russland und der verbündeten syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad vor, mit Angriffen auf Krankenhäuser, die Wasserversorgung und zivile Einrichtungen die Lage dramatisch verschärft zu haben.