Russland: Halten an Offensive in Aleppo fest

Russland hat gestern ungeachtet von US-Drohungen erklärt, die Offensive auf Aleppo weiter fortsetzen zu wollen. Zudem bezeichnete Moskau die Rhetorik aufseiten der Regierung in Washington als unkonstruktiv.

Die USA drohten zuvor damit, die mit Russland geführten Gespräche über eine Waffenstillstandsvereinbarung in Syrien zu beenden. Angesichts der anhaltenden Angriffe auf die syrische Metropole Aleppo seien derartige Gespräche „irrational“, sagte US-Außenminister John Kerry in New York.

Vor rund eineinhalb Wochen war eine Waffenruhe in Syrien gescheitert. Die Kämpfe flammten wieder auf, nachdem die US-geführte Koalition versehentlich Stellungen der syrischen Armee aus der Luft angriff und einige Tage später ein Hilfskonvoi bombardiert wurde. Die USA werfen Russland und der syrischen Führung vor, den Angriff auf die unbewaffneten Helfer angeordnet zu haben. Russland weist die Vorwürfe zurück. Nach der Feuerpause leiteten die syrischen Einheiten eine Großoffensive auf Aleppo ein, die von Russland unterstützt wird.

„Zu keinen Schlussfolgerungen gekommen“

„Wir sind zu keinen Schlussfolgerungen gekommen“, sagte unterdessen auch der neuseeländische UNO-Botschafter und derzeitige Vorsitzende des UNO-Sicherheitsrates Gerard van Bohemen. Die Lage in Syrien bereite aber allen 15 Ratsmitgliedern große Sorgen.

Zuvor hatte der UNO-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien das Gremium gewarnt, Aleppo erlebe derzeit eine „humanitäre Katastrophe, wie sie in Syrien noch nicht erlebt worden ist“. Vor allem die Uneinigkeit zwischen Russland und den USA - beide Vetomächte im Sicherheitsrat - blockiert das Gremium im Syrien-Konflikt seit Jahren.