Rosneft-Millionenklage gegen Moskauer Verlag

Der teilstaatliche russische Ölgigant Rosneft hat den Moskauer Wirtschaftsmedienverlag RBK auf die Summe von drei Milliarden Rubel (41,1 Millionen Euro) geklagt. Das sei in Russland der höchste je von einem Verlag geforderte Schadenersatz, berichtete die Zeitung „RBK“ heute.

Rosneft sehe sich verleumdet durch einen „RBK“-Artikel vom April über die geplante Teilprivatisierung des Konzerns. Chef bei Rosneft ist Igor Setschin, ein Weggefährte von Russlands Präsidenten Wladimir Putin. „Das Ziel ist hier fraglos, das Medium zu zerstören“, sagte der Politologe Gleb Pawlowski zu der geforderten Summe.

Nach Kreml-Beschwerde neue Chefredaktion

Dem Artikel zufolge soll Rosneft die Regierung aufgefordert haben, beim Verkauf von 19,5 Prozent der Aktien darauf zu achten, dass diese nicht an BP fallen. Der britische Konzern ist bei Rosneft Minderheitsaktionär. Rosneft dementierte die Darstellung, klagte zunächst aber nur auf Unterlassung. Vor Gericht präsentierten Prozessvertreter nun die Schadenersatzforderung.

Die RBK-Gruppe mit Zeitung, TV-Sender und Nachrichtenagentur gehört dem Oligarchen Michail Prochorow. „RBK“ setzte nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2,5 Milliarden Rubel um. Die Journalisten haben sich mit kritischen Recherchen einen Namen gemacht. Nach angeblichen Beschwerden aus dem Kreml wurde im Mai die Chefredaktion ausgetauscht.