UNO: In Nigeria droht „größte jemals erlebte Krise“

Ohne mehr Unterstützung der Staatengemeinschaft droht der nigerianischen Region um den Tschad-See laut den Vereinten Nationen (UNO) eine bisher nicht absehbare humanitäre Krise. Der stellvertretende UNO-Generalsekretär Toby Lanzer warnte heute in Genf, in der vom Aufstand der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram verwüsteten Region brauchten mehr als neun Millionen Menschen dringend Hilfe. Rund 65.000 Menschen litten praktisch unter einer Hungersnot.

Lanzer sagte, das Leid der Bevölkerung im Nordosten Nigerias übertreffe sogar alles, was er während seiner Arbeit in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur gesehen habe. Laut der UNO droht 80.000 Kindern in der Region der Tod, wenn sie nicht rasch Hilfe erhalten.

Im Juli hatte die UNO mitgeteilt, allein im nigerianischen Bundesstaat Borno litten 250.000 Kinder unter fünf Jahren unter schwerer Mangelernährung. „Wenn wir uns nicht stärker engagieren, einschließlich der Erhöhung unseres Hilfsprogramms, droht uns die größte jemals erlebte Krise“, warnte Lanzer.