E-Medikation: Verordnung erst, wenn Software funktioniert

Eine Verordnung zur österreichweiten Einführung der E-Medikation wird es erst dann geben, wenn die Applikation der Sozialversicherung bei 80 Prozent der Herstellern von Ordinationssoftware funktioniert.

Das sagte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) heute gegenüber dem „Kurier“. Für die Ärzte zeigte sie in dem Konflikt Verständnis, Kritik übte sie an der Ärztekammer.

„Lieber ein bisschen länger testen, damit die Software funktioniert und die Datensicherheit gegeben ist, als sich an einen fixen Zeitpunkt zu halten“, so Oberhauser. Man habe nun einen Fragebogen an die Softwareanbieter geschickt, in dem sie garantieren sollen, dass das System funktioniere.

Eigentlicher Start wäre 2017

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger, von dessen Tochterunternehmen SVC die in die elektronischen Ordinationsabläufe einzubauende Applikation stammt, hatte mit dem Roll-out schon im ersten Quartal 2017 beginnen wollen.

Beim kürzlich aufgekündigten Probelauf im steirischen Bezirk Deutschlandsberg habe es eine „unglückliche Kommunikationskultur“ gegeben, so Oberhauser. Der Hauptverband habe den Ärzten vorsintflutliches Arbeiten vorgeworfen, was deren - teilweisen - Ausstieg auslöste. Das habe aber auch „mit einem derzeit generellen Veto der Ärztekammer bei allem, was sich im Gesundheitswesen irgendwie verändert“, zu tun.