Oscar-Akademie lehnt österreichischen Beitrag ab

Der österreichische Beitrag für den Auslandsoscar, „Vor der Morgenröte“, ist von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences zurückgewiesen worden. Als Grund wurde die „Unausgewogenheit der kreativen Beteiligung“ angegeben, sagte Werner Müller vom Fachverband der Film- und Musikwirtschaft (FAMA). Bei dem Film handelt es sich um eine deutsch-französisch-österreichische Koproduktion.

Die vom FAMA einberufene Jury aus Vertretern der heimischen Filmwirtschaft und der Filmschaffenden hatte sich am 5. September für die Einreichung des Episodenfilms der deutschen Regisseurin Maria Schrader in der Kategorie „Bester nicht englischsprachiger Film“ entschieden. Bereits am Folgetag habe man in einem Brief an die Academy um Bestätigung gebeten, sollte es Bedenken geben.

„Leider hat die Academy viereinhalb Wochen gebraucht, uns das mit einem Einzeiler mitzuteilen“, so Müller, der nach wie vor überzeugt ist, „dass wir die gute und richtige Entscheidung getroffen haben.“

Müller sieht starken Österreich-Bezug

„In einem europäischen Koproduktionsumfeld gibt es immer kreativen Input aller beteiligten Länder“, meinte Müller, der die „extrem vagen Regularien“ der Academy kritisiert. Auch wenn die in Wien ansässige Dor Film nur als minoritärer Koproduktionspartner an Bord war, so behandle der Film doch mit den Exiljahren des österreichischen jüdischen Schriftstellers Stefan Zweig „ein sehr österreichisches Thema“, habe mit Josef Hader als Zweig einen österreichischen Hauptdarsteller und mit Wolfgang Thaler einen renommierten österreichischen Kameramann.

Aktuell sei man mit der Academy in Kontakt und hoffe, sie umstimmen zu können. Im Laufe der kommenden Woche will die Jury dann entscheiden, ob ein anderer österreichischer Beitrag nachgereicht werden soll - und wenn ja, welcher.

Neben „Vor der Morgenröte“ waren heuer das Maler-Biopic „Egon Schiele - Tod und Mädchen“ von Dieter Berner, Mirjam Ungers Nöstlinger-Verfilmung „Maikäfer flieg!“, Stephan Richters Jugenddrama „Einer von uns“ sowie Barbara Eders Kriegsreporter-Film „Thank You For Bombing“ eingereicht worden.