Malkovich gewinnt Prozess um Schwarzgeldkonto-Bericht

Filmstar John Malkovich hat im Streit über ein angebliches Schwarzgeldkonto in der Schweiz einen Prozess gegen die französische Tageszeitung „Le Monde“ gewonnen. Das Pariser Strafgericht sprach „Le Monde“ wegen eines Artikels über die SwissLeaks-Enthüllungen heute der Verleumdung schuldig.

Die Zeitung und zwei ihrer Journalisten wurden zu Geldstrafen verurteilt und sollen dem Hollywood-Star („Gefährliche Liebschaften“, „Being John Malkovich“, „R.E.D“) zusammen 10.000 Euro Schadenersatz zahlen. „Le Monde“ wurde zudem verurteilt, auf seiner Titelseite über das Urteil zu informieren. In Frankreich ist so etwas sehr selten. „Le Monde“-Anwalt Christophe Bigot kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an.

Konto war bekannt

Die Zeitung hatte im Jänner 2015 im Zuge der „SwissLeaks“-Enthüllungen über die Geschäftsgebaren der britischen Großbank HSBC und ihrer Schweizer Tochter mehrere bekannte Persönlichkeiten genannt, die im Zeitraum zwischen 2005 und 2007 ein geheimes Konto in der Schweiz besessen haben sollen - unter ihnen Malkovich.

Die Anwälte des US-Schauspielers legten aber dar, dass dieser lediglich ein Konto bei einer Bank hatte, die von der HSBC gekauft wurde. Das Konto wurde im November 1999, einen Monat vor Gründung der Schweizer HSBC-Tochter, geschlossen und war den US-Steuerbehörden zudem gemeldet.