Neues Bündnis radikaler Milizen in Syrien

Die syrische Dschihadistenmiliz Fateh-al-Scham-Front hat sich nach eigenen Angaben mit der radikalen Salafistengruppe Dschund al-Aksa zusammengetan. „Um Blutvergießen unter Muslimen zu verhindern“ habe Dschund al-Aksa der Miliz die Treue geschworen, hieß es in einer gestern verbreiteten Erklärung beider Gruppen.

Die Fateh-al-Scham-Front hieß bis vor kurzem Al-Nusra-Front. Die Umbenennung erfolgte, nachdem sich die Gruppe von Al-Kaida losgesagt hatte. Dschund al-Aksa wurde kürzlich von der US-Regierung als Terrororganisation eingestuft. Syrische Rebellen wie die einflussreiche Ahrar-al-Scham-Miliz werfen der Salafistengruppe vor, Verbindungen zur verfeindeten Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu haben.

Durch die nun bekanntgegebene Kooperation dürfte sich die ohnehin verworrene Lage im syrischen Bürgerkrieg, in dem zahlreiche Konfliktparteien untereinander sowie gegen die Regierungstruppen kämpfen, weiter verkomplizieren. Islamlistengruppen unter Führung von Ahrar-al-Scham hatten erst kürzlich eine Offensive gestartet, um Dschund al-Aksa aus den von Rebellen kontrollierten Gebieten zu vertreiben.

Die Fateh-al-Scham-Front habe sich als Teil der Rebellion präsentiert, kooperiere nun aber mit einer Gruppe, die im Lager der Regierungsgegner als IS-nah abgelehnt werde, sagt der Syrien-Experte Charles Lister vom Middle East Institute in Washington.