Tausende fliehen vor Gewalt im Westen Myanmars

Nach neuen Unruhen sind im Westen Myanmars Tausende Menschen auf der Flucht. Sie verließen mitunter zu Fuß die Stadt Maungdaw im von der muslimischen Minderheit der Rohingya bewohnten Staat Rakhine. Dort liefern einander bewaffnete Kämpfer und Soldaten seit Tagen heftige Gefechte.

Flüchtlinge in Myanmar

APA/AFP

Rund 180 Menschen wurden mit Hubschraubern aus der umkämpften Region in Sicherheit gebracht, Hunderte Regierungsbeamte retteten sich in die Provinzhauptstadt Sittwe.

Angriffe auf Grenzposten

Das Militär patroulliert in der Region an der Grenze zu Bangladesch seit Sonntag, nachdem bei koordinierten Angriffen auf Grenzposten neun Polizisten getötet worden waren. Wie die staatlichen Medien des südostasiatischen Landes berichteten, erschossen Sicherheitskräfte dabei bisher 26 Menschen. Bei Zusammenstößen starben außerdem vier Soldaten.

Nach Angaben von Augenzeugen nutzt das Militär die Fahndung nach den Verantwortlichen für die Angriffe als Vorwand für ein hartes Durchgreifen gegen die muslimischen Bewohner von Rakhine. Soldaten würden auf unbewaffnete Zivilisten schießen, hieß es. Das Militär gibt dagegen an, sich gegen bewaffnete Kämpfer zur Wehr setzen zu müssen. Es wirft den „Terroristen“ zudem vor, mehrere Dörfer in Brand gesteckt zu haben.