Die Mutbürgerin

Österreich liebt seine Reizfiguren. Zumindest, wenn man an die mittlerweile kultische bis peinliche Verehrung der Egomaschine Thomas Bernhard denkt. Bei einer weiteren Reizfigur liegt die Sache anders. Elfriede Jelinek, die nun 70 Jahre wird, darf trotz des Literaturnobelpreises nicht mit übergroßer Huldigung oder literarischen Blumengrüßen von Michael Jeannee rechnen. Jelineks unablässiger Drang, die Kruste Österreichs, Männermachtdiskurse und gesellschaftliche Klitterungen aufzureißen, macht sie zur Mutbürgerin. Allerdings zu einer, die den Ort der Öffentlichkeit als Realperson mittlerweile meidet. Seit Jahren publiziert sie ihre Texte und Zeitdiagnosen im Netz. Und erlebt gerade mit der Positionierung im digitalen Raum, dass Angriffsflächen größer werden.

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