USA: Powell will Clinton wählen

Der frühere republikanische Außenminister der USA, Colin Powell, will seine Stimme bei der Präsidentschaftswahl der Demokratin Hillary Clinton geben. Das teilte seine Sprecherin gestern mit. Eine Begründung für Powells Entscheidung nannte sie nicht.

Überraschend kommt die Ankündigung allerdings nicht. In einer E-Mail, die von Hackern verbreitet worden war, hatte Powell im Juni scharfe Kritik am republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump geübt. Dieser sei ein „internationaler Paria“ und eine „nationale Schande“, hatte Powell in der Mail geschrieben.

Mit seiner Abwendung von dem umstrittenen Kandidaten Trump folgt Powell Dutzenden republikanischen Politikern und Amtsträgern. Powell war von 2001 bis 2005 Außenminister in der Regierung des republikanischen Präsidenten George W. Bush. Er hatte dieses Amt als erster Afroamerikaner inne. Bei den Präsidentschaftswahlen 2008 und 2012 hatte er den Demokraten Barack Obama unterstützt.

Trump warnt vor Drittem Weltkrieg

Trump warf indes Clinton vor, mit ihrer Syrien-Politik den Weltfrieden zu gefährden. „Wir enden im Dritten Weltkrieg über Syrien, wenn wir Hillary Clinton folgen“, sagte Trump gestern in einem Reuters-Interview.

Clinton hatte sich für die Einrichtung von Flugverbotszonen und sicheren Bereichen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien starkgemacht. Einige Analysten hatten gewarnt, diese Gebiete abzusichern, könnte zu einer direkten Konfrontation mit Russland führen.

Der umstrittene Kandidat sprach sich dafür aus, dem Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat Vorrang vor allen anderen Zielen in der Außenpolitik einzuräumen. Auch die Entmachtung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad - seit Langem ein vorrangiges Ziel der US-Außenpolitik - sei nicht die wichtigste Priorität.