Beben in Italien: Erste Schadensmeldungen

Ein Erdbeben hat heute Mittelitalien erschüttert. Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) hatte das Beben eine Stärke von 5,4 auf der Richterskala. Das Epizentrum des Bebens lag in der in der Region Marken gelegenen Provinz Macerata.

Als nächstgelegene Gemeinden nannte die Nachrichtenagentur ANSA Castelsantangelo sul Nera, Visso, Ussita und Preci. Das Beben ereignete sich kurz nach 19.00 Uhr. Nur kurz darauf seien mehrere Nachbeben registriert worden.

„Mit Sicherheit gab es Einstürze“

Das genaue Ausmaß des Bebens ist noch unklar. Italienischen Medienberichten zufolge gibt es aber bereits erste Schadensmeldungen. Der „Corriere della Sera“ (Onlineausgabe) berichtet zudem von Stromausfällen. Zahlreiche Menschen seien aus ihren Häusern geflüchtet.

„Für den Moment kann ich nichts sagen, wir sind dabei, es zu bewerten“, zitierte die ANSA Cesare Spuri vom italienischen Zivilschutz der Region Marken. „Zumindest bis jetzt“ gebe es auch noch keine Berichte über Todesopfer.

Der Bürgermeister von Castelsantangelo sul Nera, Mauro Falcucci, sagte dem Fernsehsender Sky TG24: „Mit Sicherheit gab es Einstürze“. Angesichts der ausgefallenen Stromversorgung bezeichnete auch der Zivilschutz die Situation in Castelsantangelo als „kritisch“. Erste Schadensmeldungen gebe es zudem aus dem nahegelegenen Visso.

Experten sprechen von Nachbeben

Erst im August kamen in Mittelitalien knapp unter 300 Menschen bei einem starken Beben ums Leben. Auch in den damals betroffenen Gebiete bebte laut ANSA nun erneut die Erde. Von Schäden berichtete dabei der Bürgermeister der im August so schwer getroffenen Gemeinde Amatrice, Sergio Pirozzi. „Es gab Einstürze, aber nur von Gebäuden, die schon beschädigt waren“, so Pirozzi, demzufolge das neuerliche Beben natürlich wieder die Angst wecke.

INGV-Angaben zufolge muss das heute Erdbeben als Nachbeben des schweren Erdstoßes vom 24. August betrachtet werden. Italien wird immer wieder von schweren Erdstößen heimgesucht. Nach wie vor sichtbar sind etwa die Spuren eines schweren Bebens des Jahres 2009 in der Hauptstadt der Region Abruzzen, L’Aquila. Auch dort war das jüngste Beben, so wie in Rom und Florenz, deutlich spürbar.

Auch in Österreich spürbar

Nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) wurde das Erdbeben vereinzelt auch in südlichen Teilen Österreichs in höheren Stockwerken als langsames Schwanken des Gebäudes wahrgenommen