„Hochgefährlicher Trend“: Juncker warnt vor Populismus

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat angesichts des Aufstiegs des Populismus vor den Gefahren für Europa gewarnt. Ein Blick in die Geschichte zeige, dass man vorsichtig sein und dass man den Anfängen wehren müsse, sagte Juncker in einem Interview mit dem „Standard“ (Montag-Ausgabe).

„Ich halte es mit (Berthold) Brecht: ‚Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch‘“, zitierte der Kommissionspräsident aus dem Stück „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, einer Parabel über den Aufstieg Adolf Hitlers.

„Vereinfachungs- und Verführungsmaschine“

Juncker warnte vor einer wieder angeworfenen „rechtspopulistischen Vereinfachungs- und Verführungsmaschine“. „Wenn man europäische Geschichte kennt, weiß man, was daraus entsteht“, meinte er und sprach in diesem Zusammenhang von einem „hochgefährlicher Trend, der sich langsam, aber sicher in die europäische Landschaft hineinfrisst“.

Die Welt und ihre Zukunft sei für die Europäer voller Chancen, sagte der Kommissionspräsident. „Aber sie ist auch komplizierter, als sie es jemals war. Und sie ist auch viel gefährlicher geworden. (...) Der Krieg ist an unsere Grenzen gerückt. Syrien ist ein Nachbarland der Europäischen Union. Zypern liegt fast in Sichtweite zu Syrien, die Ukraine liegt in Europa.“

„Das Spannungsfeld von Krieg und Frieden, als das Europa oft beschrieben wurde, das hat uns wieder ereilt. Ich weiß nicht, wo die Grenze liegt, wann das auf uns überschwappen könnte. Aber man merkt ja schon am islamistischen Terror, dass kriegerische Auseinandersetzungen wieder in Europa stattfinden können“, fügte Juncker hinzu.