US-Armee will Tätowierte und frühere Kiffer aufnehmen

Die US-Armee will Tätowierten, früheren Haschischkonsumenten, Übergewichtigen und alleinerziehenden Eltern neue Karrierewege eröffnen. US-Verteidigungsminister Ashton Carter kündigte gestern (Ortszeit) eine Überprüfung der strengen Restriktionen an, die bei solchen Bewerbern bisher dem Dienst an der Waffe entgegenstanden.

„Unnötig strenge“ Bestimmungen

Die Armee müsse mit der Zeit gehen und durch das Streichen „unnötig strenger“ Bestimmungen ihre Rekrutierungsbasis verbreitern. Es gebe „herausragende potenzielle Rekruten“, die derzeit wegen der restriktiven Regeln zurückgewiesen werden müssten, teilte Carter mit. Die Ansprüche an die Bewerber dürften zwar nicht allgemein sinken. Allerdings müssten sie „relevant für die Streitkräfte von heute und morgen“ sein.

Das Pentagon will nach eigenen Angaben sechs bisherige Kriterien auf den Prüfstand stellen: „Körperbau, körperliche Fitness, Schwimmtests, früherer Marihuana-Gebrauch, alleinerziehende Elternschaft und Tätowierungen.“ Bisher wurden Bewerber für die Armee wegen solcher Kriterien abgewiesen.

Weniger Hürden für übergewichtige Bewerber

Ein Pentagon-Sprecher ergänzte, dass körperliche Fitness auch weiterhin in der Truppe gefordert sei. Übergewichtige Bewerber könnten künftig aber zugelassen werden, wenn sie bereit seien, in der Ausbildung ein Programm zur Gewichtsreduktion zu durchlaufen. Das Abweisen Alleinerziehender sei ebenfalls nicht mehr zeitgemäß, sagte er: „Wir haben in unseren Rängen bereits viele alleinerziehende Eltern.“

Auch die Zulassung von Tätowierungen dürfte die Bewerberbasis erheblich vergrößern. Eine Umfrage zufolge haben inzwischen 47 Prozent jener US-Bürger, die in den 80er oder 90er Jahren geboren wurden, ein Tattoo.