Obama lässt Kritik an FBI-Chef erkennen

US-Präsident Barack Obama hat Kritik an FBI-Chef James Comey erkennen lassen - ohne aber dessen Namen zu nennen. „Ich denke, dass es bei Ermittlungen eine Norm gibt, dass man nicht auf der Grundlage von Unterstellungen, unvollständigen Informationen oder undichten Stellen agiert“, sagte Obama in einem Interview des Blogs Now this.

Er machte aber auch klar, dass er nicht den Eindruck erwecken wolle, sich in eine unabhängige Ermittlung einzumischen. „Wir agieren auf der Grundlage von konkreten Entscheidungen, die getroffen werden.“ Das Interview wurde am Mittwoch veröffentlicht.

Seltsamer Zeitpunkt für Untersuchung

Comey hatte mehreren Abgeordneten in der vergangenen Woche in einem Brief mitgeteilt, dass in der E-Mail-Affäre von Hillary Clinton weitere E-Mails untersucht werden. Diese waren im Zuge einer anderen Ermittlung aufgetaucht. Comey sah sich daraufhin Kritik ausgesetzt, er habe als Republikaner Einfluss auf die Wahl nehmen wollen.

Am Montag hatte Obamas Sprecher Josh Earnest erklärt, der Präsident sei nicht der Auffassung, dass Comey seine Position für politische Zwecke ausnutzen wollte. Obama wies in dem Interview darauf hin, dass das FBI im Sommer zu der Schlussfolgerung gekommen sei, dass Clinton Fehler gemacht habe, ihr Verhalten aber nicht strafbar sei.

FBI veröffentlicht alten Bericht zu Bill Clinton

Aktuell sorgt eine andere überraschende Veröffentlichung für Aufregung bei den Demokraten: Dabei geht es um eine bereits 2005 abgeschlossene Untersuchung über Clintons Ehemann Bill Clinton. Darin aufgearbeitet werden ein Gnadenerlass Clintons am letzten Tag seiner Amtszeit im Jänner 2001 und eine vorangegangene Spende aus dem Umfeld des Begnadigten.

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