Weit mehr tote Flüchtlinge im Mittelmeer als im Vorjahr

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Bei der Flucht über das Mittelmeer sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in diesem Jahr bereits 4.220 Menschen umgekommen und damit weit mehr als 2015. Bis Anfang November seien 725 Todesfälle mehr registriert worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte die mit der UNO verbundene Organisation heute in Genf mit.

Seeuntüchtige und überladene Boote

Erst gestern hatten IOM-Helfer in Italien von einer erneuten Tragödie mit wahrscheinlich etwa 240 ertrunkenen Flüchtlingen berichtet. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) erklärte, obwohl mittlerweile weniger Menschen auf dem gefährlichen Weg über das Mittelmeer fliehen würden, kämen dabei mehr denn je ums Leben.

UNO-Experten führen das darauf zurück, dass Menschenschmuggler vor allem von der Küste Libyens aus immer öfter seeuntüchtige und zudem überladene Boote einsetzen.

Schmuggler schossen auf Flüchtlinge

Vor der jüngsten Tragödie zwangen Schmuggler nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks (UNICEF) zufolge Flüchtlinge mit Waffengewalt, an Bord zu gehen. Das Kinderhilfswerk teilte heute mit, Augenzeugen hätten berichtet, dass sie nicht auf das Schiff gehen wollten, weil es ihnen unsicher erschienen sei. „Aber die Schmuggler schossen auf sie und zwangen sie zu gehen“, sagte Helena Rodriguez von UNICEF.