Haft und 74 Peitschenhiebe für iranischen Rapper

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Der iranische Rapper Amir-Hussein Maghsudlu ist zu fünf Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt worden. Das gab Teherans Staatsanwalt Abbas Dolatabadi heute laut Nachrichtenagentur ISNA ohne nähere Begründung bekannt.

Der unter dem Künstlernamen Ta-Ta-Lu bekannte Rapper ist einer der vielen „Untergrundmusiker“ im Land. Da bestimmte Musikrichtungen wie Rap im Iran verboten sind, finden ihre Konzerte immer heimlich vor einem ausgewählten Publikum statt.

Festnahme im Sommer

Ta-Ta-Lu wurde im Sommer wegen Verbreitung westlicher und unislamischer Sittenlosigkeit festgenommen. Wegen Beleidigung der Richters beim ersten Verhör musste er zunächst für zwei Monate ins Gefängnis. Nach einer Entschuldigung kam er dann gegen Kaution bis zu seinem Gerichtstermin frei. Das erste Urteil gegen ihn lautete eigentlich zehn Jahre, die aber dann halbiert wurde.

Musiker im Allgemeinen und besonders Popmusiker haben es im islamischen Iran sehr schwer. Musikrichtungen wie Rap, Hip-Hop, Heavy Metal und Rock sind de facto tabu. Popmusik ist seit einigen Jahren geduldet, aber unter bestimmten strengen Bedingungen.

Sogar Popkonzerte mit offizieller Erlaubnis müssen immer wieder wegen Protesten von Klerikern und Hardlinern abgesagt werden. Das führte letztlich auch zum Rücktritt des liberalen Kulturministers Ali Dschannati, der sich für Popkonzerte für Jugendliche eingesetzt hatte.