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Explosion erschütterte Umgebung

Im Norden Myanmar ist ein 4,5 Meter langer Metallzylinder auf das Gelände einer Jade-Mine gestürzt. Er könnte von einem Satelliten, einer Rakete oder einem Flugzeug aus China stammen, vermuten Behörden. Derzeit wird der Vorfall untersucht.

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Die Metallröhre mit einer Länge von 4,5 Metern und einem Durchmesser von rund 1,2 Metern krachte laut der staatlichen Zeitung „Global New Light of Myanmar“ am Donnerstag auf das Gelände einer Jade-Mine in Hpakan im Bundesstaat Kachin. Ein weiteres Metallteil durchschlug ein Dach. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Augenzeugen berichten laut BBC, dass ein lauter Knall zu hören war, bevor das Objekt auf der Erde landete.

Karte zeigt die Provinz Kachin in Myanmar

APA/ORF.at

Lokale Militärvertreter sagten gegenüber der lokalen Zeitung, dass der Zylinder 50 Meter weit über den Boden sprang, bevor er im Schlamm steckenblieb. Man habe zuerst einen lauten Knall gehört und eine Explosion befürchtet, so Augenzeugen weiter. Der Aufschlag habe die Häuser erschüttert, es sei auch Rauch aufgestiegen. Die Luft in der Nähe des Metallzylinders soll zudem beißend riechen.

Teil von Rakete oder Satellit?

Es werde angenommen, dass die Metallteile zu einem Satelliten oder einem Flugzeug- oder Raketenmotor gehörten, schrieb die staatliche Zeitung weiter. Ein Korrespondent der BBC berichtet, dass die Metallröhre einem Raketenteil ähnelt. In den Sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook kursierten Bilder von Teilen technischer Ausrüstung und Kabeln in dem großen Metallzylinder.

Auf dem anderen Metallteil wurden laut Bericht chinesische Schriftzeichen gefunden. Chinesische Staatsmedien berichteten am Vorabend, dass China kürzlich einen experimentellen Satelliten ins All gebracht habe. Ein Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen könne derzeit nicht bestätigt werden, so „Global New Light of Myanmar“.

Chinas Raumstation „Tiangong 1“ außer Kontrolle

Erst vor Kurzem wurden monatelange Spekulationen von China offiziell bestätigt, wonach China die Kontrolle über seine Raumstation „Tiangong 1“ verloren hat. Seit März bewegt sich die Station unkontrolliert Richtung Erde. Bisherige Prognosen gehen davon aus, dass es in der zweiten Hälfte 2017 in der Atmosphäre weitgehend verglühen soll.

Experten zufolge ist derzeit nicht bekannt, wo etwaige Teile auf der Erde landen könnten. Das könne man erst wenige Stunden zuvor sagen, so ein Harvard-Wissenschaftler gegenüber dem „Guardian“. Insgesamt wiegt die Raumstation acht Tonnen, das meiste soll eben verglühen, doch gerade massive Teile wie ein Raktenantrieb sollen nicht komplett verglühen und könnten als bis zu 100 Kilogramm schwere Teile auf die Erde fallen.

Weltraummüll als großes Problem

Seit Längerem beklagen Experten, dass Hinterlassenschaften von Weltraummissionen ein immer größer werdendes Problem im Weltall werden. Satelliten, aber auch die Internationale Raumstation (ISS) haben dadurch weniger Platz und müssen immer öfter ausweichen, entweder anderen Satelliten, aber eben auch Weltraumschrott. Mancher Weltraumschrott ist sogar schon für einen Asteroiden gehalten worden.

Seit dem Start der Weltraumfahrt wurden weltweit Tausende Raketenstarts durchgeführt, über 6.000 Satelliten sollen dabei in den Orbit gebracht worden sein - offiziell. Daneben soll es auch mindestens ebenso viele geheime Objekte im Weltraum geben. Neben den Satelliten verblieben im Weltraum viele Raketenteile, bis hin zu kompletten Oberstufen. Insgesamt sollen laut Schätzungen über 6.000 Tonnen Müll im Weltraum herumfliegen.

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