Neue Mitstreiter für Haselsteiners Anti-Hofer-Kampagne

Der Industrielle Hans-Peter Haselsteiner hat für seine „Nein zum Öxit“-Kampagne, die sich gegen den FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer richtet, neue Mitstreiter gefunden. Haselsteiner präsentierte heute in einer Pressekonferenz neben der zweiten Kampagnenwelle Brigitte Ederer, Christian Konrad und Franz Fischler als Unterstützer. Alle warnten vor Rechtspopulismus.

Ederer: „Kein Verlass“ auf Populisten

Konrad, der frühere Raiffeisen-Generalanwalt und Ex-Flüchtlingskoordinator der Regierung, sagte, alle Überlegungen in Hinblick auf einen „Öxit“, also eines Austritts Österreichs aus der EU, seien grob fahrlässig. Ederer, die rote EU-Staatssekretärin während des Beitritts zur Europäischen Union und spätere Siemens-Managerin, erklärte, es gehe nicht nur um ein formales Austreten. Wenn man an der EU alles schlecht finde, „ist das mental ein Austritt, dem später dann vielleicht auch der reale folgt“.

Christian Konrad, Brigitte Ederer, Hans Peter Haselsteiner und Franz Fischler

APA/Hans Klaus Techt

Laut Ederer haben Populisten wie Hofer, Donald Trump oder der „Brexit“-Vorkämpfer Nigel Farage gemeinsam, dass man sich nicht auf sie verlassen könne. Sie würden Dinge behaupten und kein Problem damit haben, wenn sie zwei Wochen später genau das Gegenteil sagten. Das gelte auch für den derzeit „streichelweichen Hofer“. Auch Ex-EU-Kommissar Franz Fischler (ÖVP) sieht das so: „Ein Wolf bleibt bekannterweise ein Wolf, auch wenn er Kreide frisst.“

„Versprechen Heil und verursachen Unheil“

Aus Haselsteiners Sicht ist Rechtpopulismus kein Gespenst mehr, sondern Realität. Auch Hofer und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gehörten zu jenen Anführern, „die Heil versprechen und Unheil verursachen“. Es gehe darum, am 4. Dezember, „wenn nicht aus heller Begeisterung, dann zumindest als Gebot der Vernunft, einen Demokraten zu wählen“. Beim „Brexit“-Votum und der US-Wahl habe erst hinterher das große Erwachen eingesetzt.

FPÖ sieht Wahlempfehlung für Hofer

Die FPÖ lässt an der Anti-„Öxit“-Kampagne kein gutes Haar, sieht aber ihren Kandidaten als Nutznießer. Was als „Stützräder“ für den Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen gedacht gewesen sei, werde so „zur ungeplanten Wahlempfehlung für Norbert Hofer“, erklärte der freiheitliche Generalsekretär Herbert Kickl heute.

Für Haselsteiner ist die Kampagne zwar eine indirekte Wahlempfehlung für Van der Bellen, aber diese stehe nicht im Vordergrund. Zur Wahl stünden ein Antieuropäer und einer, der ein „Brückenbauer“ sein könne. Haselsteiner verwies auf das nicht spannungsfreie Verhältnis von ihm als Liberaler zu den Grünen.

Haselsteiner finanziert weiter alles alleine

Das Geld für die Plakate, Inserate und TV-Spots der zweiten Kampagnenwelle kommt trotz der neuen Unterstützer weiterhin von Haselsteiner alleine. „Das ist meine Sache und bleibt meine Sache“, erklärte der STRABAG-Großaktionär. Das Werbebudget ist den Angaben zufolge mehrere hunderttausend Euro schwer. Nach der Verschiebung der Stichwahlwiederholung hatte Haselsteiner die Kampagne unterbrochen, das restliche Budget werde nun ausgegeben.