Mexiko erwartet mehr Arbeit für Diplomaten in USA

Nach der Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten stellt die mexikanische Regierung ihre Diplomaten in den USA auf vermehrte Hilfeersuchen von im Land lebenden Migranten ein.

Wie das mexikanische Außenministerium am Sonntag (Ortszeit) erklärte, beriet das für Nordamerika zuständige Team im Ministerium mit Ressortchefin Claudia Ruiz Massieu über die Folgen der US-Wahl für die beiderseitigen Beziehungen. Die mexikanische Regierung kündigte Gespräche mit Trump an.

Regierung rüstet sich für alle „Eventualitäten“

Massieu rief die mexikanischen Diplomaten in den USA dazu auf, sich für vermehrte Anfragen zu konsularischem Beistand zu wappnen. Dabei gehe es auch darum, sich „gegen Betrug zu schützen“, erklärte das Ministerium mit Bezug auf kriminelle Banden, die Einwanderer ohne gültige Papiere mit gefälschten Pässen versorgen könnten.

Regierungssprecher Eduardo Sanchez sagte bei einer Pressekonferenz, Präsident Enrique Pena Nieto habe die Ministerien angewiesen, sich auf alle möglichen „Eventualitäten“ vorzubereiten, falls Trump seine Deportationspläne in die Tat umsetze. Es bleibe zu prüfen, wie viele dieser Deportationen Mexiko tatsächlich betreffen könnten. „Diese Frage und andere sind Teil der Agenda, die Mexiko vorbringt in den bilateralen Treffen“, die es mit Trump geben werde.

„Nicht verhandelbar“

Trump hatte sich im Wahlkampf immer wieder abfällig über mexikanische Einwanderer geäußert und die Abschiebung von Millionen Menschen sowie den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko angekündigt. Er will außerdem das Handelsabkommen NAFTA neu verhandeln, das die USA unter anderem mit Mexiko geschlossen haben. Das mexikanische Außenministerium erklärte, die Rechte von Mexikanern, „innerhalb und außerhalb ihres Landes“ seien „nicht verhandelbar“.