IS aus Jesiden-Dörfern bei Mossul vertrieben

Im Irak haben Rebelleneinheiten nach eigenen Angaben die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus fünf jesidischen Dörfern westlich von Mossul vertrieben. Die am Samstag begonnene Offensive ziele auf die Rückeroberung aller jesidischen Orte südlich des Sindschar-Gebirges, sagte ein Vertreter der jesidischen Miliz YBS gestern.

Unterstützt wurden die Kämpfer durch die kurdischen Peschmerga. Ihr Vormarsch gegen den IS fällt zusammen mit der größer angelegten Offensive der irakischen Armee, die zusammen mit kurdischen und schiitischen Einheiten versucht, den IS aus Mossul zu vertreiben. Vor allem durch Luftschläge wird die Offensive von einer internationalen US-geführten Koalition unterstützt.

Tausende Jesiden getötet

Die IS-Kämpfer hatten 2014 die fünf jesidischen Dörfer bei Mossul überrannt. Damals brachte der IS das Sindschar-Gebirge und die Umgebung unter seine Kontrolle. Die dort lebenden Jesiden, eine Kurdisch sprechende religiöse Minderheit im Irak, wurden zu Tausenden getötet, gefangen genommen und versklavt. 2015 eroberten irakische und syrische Kurden-Einheiten das Sindschar-Gebirge zurück. Doch die Region südlich davon blieb in der Hand des IS.

Die Jesiden-Miliz ist verbündet mit der in der Türkei verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Ihr Kampf gegen den IS könnte die türkische Regierung auf den Plan rufen, die erklärt hat, sie werde nicht zulassen, dass das Sindschar-Gebirge in ihrem südlichen Nachbarland zum Rückzugsgebiet der PKK-Kämpfer wird.