Nach Trump-Sieg: US-Notenbanker wagt keine Prognose

Nach der Rallye an den US-Börsen im Zuge der Wahl von Donald Trump zum künftigen Präsidenten hat der US-Notenbanker Robert Kaplan vor übereilten Rückschlüssen gewarnt. Es gebe Politikansätze, die positiv für das Wirtschaftswachstum sein könnten und solche, die negativ sein könnten, sagte der Präsident der regionalen Notenbank von Dallas gestern. „Und ich weiß nicht, welche das sind. Und das Land weiß es auch nicht.“

Viele Werte an den US-Börsen haben seit Trumps Wahlsieg deutlich zugelegt. Das liegt Beobachtern zufolge an Erwartungen, der Republikaner werde die Ausgaben für Infrastruktur steigern, die Steuern senken und viele Regulierungen abschaffen, die Investitionen und Neuanstellungen behindern. Trump hat im Wahlkampf aber auch gesagt, die Einwanderung in die USA begrenzen zu wollen, die traditionell positive Auswirkungen auf den US-Arbeitsmarkt hat. Zudem hat er höhere Zölle auf Einfuhren angekündigt, etwa für die Handelspartner China und Mexiko.

Kaplan bekräftigte seine Einschätzung, dass die US-Wirtschaft im kommenden Jahr um etwa zwei Prozent wachsen werde. Der Wert sei angemessen für die Notenbank, um die Zinsen schon bald anzuheben. Die nächste Zinssitzung der US-Notenbank ist im Dezember. Viele Volkswirte erwarten, dass die US-Notenbank dann die Zinsschraube anziehen wird.