Österreich und Israel kooperieren bei Cyberabwehr

Österreich und Israel werden künftig auf dem Gebiet der Abwehr von Bedrohungen aus dem Internet zusammenarbeiten. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil und sein israelischer Amtskollege Avigdor Lieberman haben gestern in Tel Aviv vereinbart, innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate ein Abkommen auszuarbeiten, das die Kooperation im Bereich der Cyber-Security zum Inhalt hat.

„Freundschaftliches Gespräch“

Doskozil freute sich vor österreichischen Journalisten über ein „sehr freundschaftliches Gespräch“ mit seinem als schwierig bekannten israelischen Gegenüber. Lieberman habe die Zusammenarbeit auf dem Gebiet, auf dem Israel als weltweit führend gilt, „offensiv angeboten“.

Der Verteidigungsminister, der sich in Israel auch bei Sicherheitsunternehmen und auf einer Konferenz zum Thema Innere Sicherheit und Schutz gegen digitale Bedrohungen (Homeland & Cyber Security) informiert, registrierte nach eigenen Angaben, „welchen Vorsprung Israel in diesen Bereichen hat“. Konkret soll ein Teil des noch auszuarbeitenden Abkommens in der Schulung österreichischer Cyber-Security-Experten in Israel bestehen.

Weiter Verstimmung über Ende Golan-Einsatzes

Ein Wermutstropfen des Treffens war laut Doskozil die in Israel sichtlich noch nicht völlig abgeklungene Verstimmung über den Abzug der heimischen UNO-Soldaten von den Golanhöhen. Österreich hatte im Juni 2013 angesichts immer häufigerer Verletzungen der Waffenstillstandszone im Rahmen des syrischen Bürgerkriegs seine Blauhelme nach fast 40 Jahren von der UNO-Mission abgezogen - nach Ansicht vieler Beobachter und auch der UNO selbst in überstürzter Manier.

„Die Entscheidung war in der Sache richtig, aber die Art und Weise war falsch“, so Doskozil. „Bei internationalen Einsätzen muss man ein verlässlicher Partner sein.“