Obama warnt vor „plumpem Nationalismus“

Zum Auftakt seiner Abschiedsreise durch Europa hat US-Präsident Barack Obama gestern vor jeder Art von „plumpen Nationalismus“ gewarnt. Er wandte sich gegen die Propagierung einer Weltsicht, die „rings um ein ‚wir‘ und ‚die‘ aufgebaut ist“. „Wir wissen, was passiert ist, als Europa sich entzweit hat: Das 20. Jahrhundert war ein Blutbad“.

Obama warb für „ein starkes, wohlhabendes und geeintes Europa“. „Wir glauben, dass ein starkes, vereintes und wohlhabendes Europa nicht nur gut für Europa ist, sondern auch für die Welt und die USA“, so der US-Präsident während eines Treffens mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos in Athen. Zudem hob er die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen und der NATO hervor.

Besuch bei „Verbündeter“ in Deutschland

Sein Land werde den Griechen zudem auch künftig bei der Bewältigung der Finanzkrise zur Seite stehen, sagte Obama weiter. Griechenland ist für die USA ein wichtiger Bündnispartner am südöstlichen Rand der NATO, wie Obama gegenüber dem griechischen Staatspräsidenten betonte. Über den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras äußerte er sich anerkennend - dieser setze harte, notwendige Reformen um.

Obama wird heute in Athen eine politische Grundsatzansprache halten und danach nach Berlin weiterreisen. Dort sind Gespräche mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und eine gemeinsame Pressekonferenz geplant. Vor seiner Abreise nach Europa hatte Obama Merkel als seine „wohl engste internationale Verbündete“ seiner acht Jahre im Amt bezeichnet.

Proteste in Athen

Während des Athen-Besuchs kam es zu Protesten und Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, nachdem diese versucht hatten, Absperrungen rund um das Parlament und die US-Botschaft zu durchbrechen.

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In Athen ist es während des Besuchs von US-Präsident Barack Obama zu Ausschreitungen bei einer Demo gekommen.

Zwei Brandsätze wurden aus den Reihen der etwa 7.000 Demonstranten geworfen, von denen viele vermummt waren. Auf einigen der Plakate der Protestierenden war der Schriftzug „Unerwünscht“ zu lesen. Auch in der nordgriechischen Stadt Thessaloniki gingen Demonstranten auf die Straßen und verbrannten eine US-Fahne.