Damaskus gegen UNO-Vorschlag für Autonomie Ostaleppos

Die syrische Regierung hat den UNO-Vorschlag zurückgewiesen, im Rahmen einer Waffenstillstandsvereinbarung dem Ostteil Aleppos Autonomie zu gewähren. Der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura habe bei seinem Besuch in Damaskus eine solche „Autonomieverwaltung“ angesprochen, sagte der syrische Außenminister Walid Muallem. „Wir sagten ihm, dass wir das vollständig ablehnen.“

Damaskus will auch Rebellen draußen haben

De Mistura hatte kürzlich angeregt, dschihadistische Kampfeinheiten sollten Ostaleppo verlassen, die syrische Regierung könne dann eine Autonomieverwaltung der Opposition über diesen Teil der Stadt akzeptieren. Muallem sagte nun, die Regierung habe darauf bestanden, dass „Terroristen den Osten Aleppos verlassen“. Damaskus verwendet den Begriff „Terroristen“ unterschiedslos für Aufständische und Dschihadisten.

„Es ist nicht möglich, dass 275.000 unserer Bürger von 5.000, 6.000, 7.000 Bewaffneten als Geiseln gehalten werden“, sagte Muallem. Seit Mitte Juli sind die Rebellen in Ostaleppo eingekesselt. Die syrischen Regierungstruppen versuchen, oftmals mit russischer Unterstützung, den Ostteil der Stadt zu erobern.

Infrastruktur droht zu kollabieren

Neue tagelange Luftangriffe auf Aleppo haben die medizinische Versorgung im Ostteil der syrischen Stadt fast komplett zum Erliegen gebracht - kein einziges Krankenhaus ist den Behörden zufolge mehr in Betrieb. Die Bevölkerung habe keinen Zugang zu lebensrettenden Maßnahmen mehr, hieß es.

Das Deutsche Rote Kreuz warnte am Samstag davor, dass die komplette Infrastruktur in der Stadt kollabieren und somit das gesamte Versorgungssystem der Großstadt gefährden könnte.

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