Obama glaubt nicht an rasche Syrien-Lösung

US-Präsident Barack Obama glaubt nicht an eine rasche Lösung des blutigen Syrien-Konflikts. „Ich bin nicht optimistisch mit Blick auf den Prozess in nächster Zeit“, sagte Obama bei seiner letzten Pressekonferenz auf einer Auslandsreise in Perus Hauptstadt Lima.

Ein letzter kurzer Austausch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sei ähnlich verlaufen wie viele in den vergangenen Monaten.

Vierminutengespräch mit Putin

Er kritisierte erneut scharf die russischen Bombardements in Syrien. In Aleppo würden Kinder getötet und Schulen zerstört, sagte Obama. Beide nahmen zwei Tage lang am Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) teil.

Es gab in Lima aber kein bilaterales „Abschlussgespräch“, sondern nur einen vierminütigen Wortwechsel am Rande einer Arbeitssitzung. Man sei einander „mit Respekt begegnet“, sagte Putin anschließend - und stellte Obama eine Willkommensgarantie für Besuche in Russland aus.

Kommentierung von Trumps Politik nicht ausgeschlossen

Obama will sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt nicht mit offener Kritik zurückhalten, wenn er Grundwerte der USA durch die Politik seines Nachfolgers gefährdet sieht. Wenn unter der kommenden Regierung etwas geschehe, „das die Kernfrage unserer Werte und Ideale berührt, und wenn ich glaube, dass es nötig oder hilfreich ist, wenn ich diese Ideale verteidige, dann werde ich das zu gegebener Zeit bedenken“, sagte Obama.

Er rief aber auch erneut dazu auf, Trumps Amtsübernahme wohlwollend zu begleiten und ihm Spielraum zu geben, seine politischen Ziele zu formulieren und sein Regierungsteam zu bilden. Zumindest indirekt warnte Obama seinen designierten Nachfolger davor, das Freihandelsabkommen TPP aufzukündigen.