Aktivisten: Über 1.000 Rohingya-Häuser in Myanmar zerstört

Human Rights Watch (HRW) hat den Streitkräften Myanmars vorgeworfen, bei dem Konflikt mit der muslimischen Minderheit der Rohingya seien mehr als 1.000 Häuser zerstört worden.

Die Menschenrechtsorganisation erklärte heute nach Auswertung von Satellitenbildern, sie habe 820 weitere Häuser identifiziert, die zwischen 10. und 18. November zerstört worden seien. Insgesamt seien damit während einer vor sechs Wochen begonnenen Militäroperation im Bundesstaat Rakhine 1.250 Gebäude zerstört worden.

Mehr als 30.000 Menschen geflohen

„Anstatt wie zur Zeit der Militärjunta mit Vorwürfen und Leugnung zu reagieren, sollte sich die Regierung den Tatsachen stellen“, forderte der HRW-Direktor für Asien, Brad Adams. Die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat erklärt, rund 300 Häuser seien von Aufständischen zerstört worden, die „für Missverständnisse zwischen den Regierungstruppen und dem Volk sorgen wollen“. Gegenteilige Behauptungen wies sie als Desinformationskampagne von „Terroristen“ zurück.

Die Armee hatte im Oktober Truppen in das Siedlungsgebiet der Rohingya an der Grenze zu Bangladesch entsandt, nachdem es dort eine Serie koordinierter Angriffe auf Grenzposten gegeben hatte. Mehr als 30.000 Menschen flohen nach UNO-Angaben vor den anschließenden Gefechten, viele davon nach Bangladesch. Dutzende Menschen wurden getötet.