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Ersatz für Babyboomer in Pension

Österreichs Bevölkerung wächst - durch die derzeit verstärkte Zuwanderung. Das zeigen die neuen Zahlen der Statistik Austria. Bisher wurde erwartet, dass die Bevölkerung im Erwerbsalter schrumpfen wird. Diese Entwicklung wird nun deutlich gebremst. Auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen wächst wieder.

Ein Prozent plus im Jahr - das steht unterm Strich beim österreichischen Bevölkerungswachstum. Der Grund dafür ist in erster Linie die Zuwanderung: 2015 wanderten laut Statistik Austria 214.400 Menschen zu und 101.300 ab. Der Saldo aus Geburten und Sterbefällen ergab zudem einen geringen Geburtenüberschuss von 1.300 Personen. Im Jahresdurchschnitt betrug die Bevölkerungszahl 8,63 Millionen Einwohner.

Gruppe der Erwerbsfähigen wächst

Der Zuzug hat diverse Effekte auf die Bevölkerungszahlen: Der bisher erwartete Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 20 und 65 Jahren wird um einige Jahre verschoben. 2015 gehörten 5,34 Mio. Personen zu dieser Altersgruppe, dem Erwerbspotenzial. Bis zum Jahr 2022 wird sich das Erwerbspotenzial um vier Prozent auf 5,57 Mio. Personen erhöhen.

Grafik zur Bevölkerungsentwicklung 2015/2080 nach Bundesländern

Grafik: ORF.at/APA, Quelle: APA/Statistik Austria

Danach werden jedoch mit den Babyboomern der 1960er Jahre deutlich mehr Personen das Pensionsalter erreichen, als Jugendliche aus der Ausbildung bzw. Zugewanderte hinzukommen. Dementsprechend wird die Zahl der potenziellen Erwerbspersonen in den 2030er Jahren leicht unter das derzeitige Niveau sinken, jedoch über den gesamten Prognosezeitraum bis 2080 mehr als 5,1 Mio. Personen betragen.

Plus auch bei Kindern

Ohne Zuwanderung würde das Erwerbspotenzial langfristig betrachtet erheblich sinken. Diesem Szenario folgend würden österreichweit im Jahr 2030 nur noch 4,83 Mio. Menschen im erwerbsfähigen Alter leben, das entspricht einem beträchtlichen Minus von zehn Prozent gegenüber 2015. Bis 2080 würde die Zahl der Personen im Erwerbsalter um 42 Prozent auf 3,08 Mio. zurückgehen. Mit einem Rückgang der Erwerbsfähigenzahl würde auch die Möglichkeit schwinden, das Pensionssystem zu erhalten. Die aktuellen Pensionen werden in Österreich im Umlageverfahren durch die Beiträge der aktuell Erwerbstätigen gesichert.

Ähnliches gilt für die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre. Hier wird in den nächsten 20 Jahren ein Anstieg um zehn Prozent von 1,69 Mio. (2015) auf 1,86 Mio. (2035) erwartet. Zu diesem Plus tragen sowohl die zuwandernden unter 20-Jährigen als auch Geburten der Immigrantinnen bei. Gäbe es ab sofort keine Zuwanderung nach Österreich, würde die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 2035 um neun Prozent auf 1,54 Mio. sinken.

Weiter starke Bevölkerungsalterung

Hohe Zuwächse werden für die Altersgruppe der über 65-jährigen Bevölkerung prognostiziert. Seit der Jahrhundertwende treten zahlenmäßig immer stärker besetzte Generationen ins Pensionsalter über. In der jüngeren Vergangenheit waren es die Geburtsjahrgänge um 1940, in Zukunft werden es die erwähnten Babyboom-Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre sein (das faktische Pensionsalter beträgt derzeit 60 Jahre und drei Monate). Auch durch Zugewinne bei der Lebenserwartung und das Aussterben der Kriegsgenerationen werden anteilsmäßig mehr Menschen als früher ein höheres Alter erreichen.

Neun Millionen Österreicher bis 2020

2020 wird die Neun-Millionen-Einwohner-Marke erreicht, sagt die Bevölkerungsprognose der Statistik Austria, 2080 dann jene von zehn Millionen.

Im Jahr 2015 waren 1,59 Mio. Personen 65 Jahre und älter. Zehn Jahre später wird ihre Zahl mit 1,90 Mio. um 19 Prozent größer sein. Bis 2050 wächst diese Bevölkerungsgruppe auf 2,67 Mio. (plus 67 Prozent), das ist ein Zuwachs um zwei Drittel. Im Jahr 2080 würden in Österreich 2,92 Mio. Personen der Generation 65 plus leben, um 83 Prozent mehr als heute. Unter dem Ausschluss von Wanderungen fällt der kurz- und mittelfristige Anstieg sehr ähnlich aus, da die meisten Menschen, die künftig in dieser Altersgruppe stehen werden, bereits heute in Österreich leben.

Neun Millionen Einwohner 2020

2015 standen noch 18 Prozent der Bevölkerung im Pensionsalter, ab 2024 werden es mehr als 20 Prozent sein, nach 2036 mehr als 25 Prozent. Der Anteil des Erwerbspotenzials an der Gesamtbevölkerung sinkt von derzeit 62 Prozent bis 2025 auf unter 60 Prozent, nach 2038 wird er weniger als 55 Prozent betragen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen geht von gegenwärtig knapp 20 Prozent auf langfristig rund 19 Prozent zurück. Gäbe es keine Zuwanderung, würde der Anteil des Erwerbspotenzials langfristig auf 47 Prozent sinken, während der Anteil der Bevölkerung im Pensionsalter bis 2080 auf 36 Prozent wachsen dürfte.

Gegen Ende des Jahres 2020 wird Österreich gemäß Vorausschätzung insgesamt die Neun-Millionen-Einwohner-Marke überschreiten. In weiterer Folge sollte Österreich im Jahr 2030 bereits 9,43 Mio. Einwohner zählen, um neun Prozent mehr als noch 2015.

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