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Zuwachs liegt über dem Schnitt

In Österreich hat sich das Vermögen seit dem Jahr 2000 nominell mehr als verdoppelt. Zur Jahrtausendwende betrug dieses noch 91.321 Dollar. Bis 2021 wird ein weiteres Wachstum von 24 Prozent gegenüber 2016 erwartet, geht aus dem „Global Wealth Report 2016“ des Credit Suisse Research Institute hervor.

Um die Daten weltweit vergleichen zu können, sind die Vermögen in Dollar angeführt (eine Mio. Dollar sind rund 940.000 Euro). Das Nettovermögen pro erwachsenen Österreicher beträgt im Schnitt 206.002 Dollar (193.827 Euro). Die Zahl der Dollar-Millionäre in Österreich ist mit 217.000 Personen mehr als dreimal so hoch wie im Jahr 2000.

Bei einem Anteil von nur 0,1 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung beherbergt Österreich damit 0,7 Prozent der weltweiten Dollar-Millionäre. Die Anzahl der Menschen mit einem Nettovermögen von über 50 Millionen Dollar (rund 48 Mio. Euro) liegt in diesem Jahr bei 644 und hat sich damit sogar mehr als vervierfacht.

Größeres Plus als Durchschnitt

2016 beläuft sich das österreichische Gesamtvermögen auf 1,41 Billionen Dollar (1,33 Billionen Euro), was etwa 0,6 Prozent des weltweiten Vermögens entspricht. Das macht einen Anstieg von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Damit liegt der Vermögenszuwachs der Österreicher über dem weltweiten Durchschnitt.

Grafik zum Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in Dollar 2016

Grafik: APA/ORF.at, Quelle: APA/Credit Suisse

Das durchschnittliche nominelle Nettovermögen pro Person erhöhte sich um 2,2 Prozent auf rund 206.000 Dollar (194.000 Euro). Mit diesem Wert nimmt Österreich den zehnten Platz unter den europäischen Ländern ein. Der Median liegt bei 52.519 Dollar (49.415 Euro). Die Hälfte der Österreicher hat also weniger als 52.519 Dollar (49.415 Euro) an Nettovermögenswerten. 28,9 Prozent der Österreicher haben weniger als 10.000 Dollar (9.400 Euro) an Vermögenswerten.

Trend hält an

Die Prognosen für die nächsten fünf Jahre rechnen mit einem weiteren Vermögenszuwachs. Das durchschnittliche Vermögen des Österreichers soll um 24 Prozent auf 254.675 Dollar (239.853 Euro) steigen. Die Zahl der Millionäre soll um 34 Prozent auf 291.000 Personen wachsen. Die Anzahl der Multimillionäre mit einem Vermögen von mehr als 50 Millionen Dollar soll um 39 Prozent auf 897 steigen.

Auch mehr Reiche in Deutschland

Auch in Deutschland wächst das Vermögen - dank des Immobilienbooms. Das Durchschnittsvermögen pro Erwachsenen stieg dort heuer um 2,8 Prozent auf 185.175 Dollar (174.398 Euro). Der Studie zufolge erhöhte sich die Zahl der Dollar-Millionäre in Deutschland von Mitte 2015 bis Mitte 2016 um 44.000 auf rund 1,6 Millionen. Bis 2021 dürfte sie um 30 Prozent auf rund 2,1 Millionen zulegen. Die Zahl jener mit einem Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar (rund 28 Mio. Euro) vergrößerte sich um 500 auf nun 6.100 Mitglieder.

In keinem anderen Land der Welt sind die Menschen so reich wie in der Schweiz. Zurzeit besitzt ein erwachsener Schweizer im Durchschnitt 561.900 Dollar (524.600 Euro). Erst mit großem Abstand folgen Australien (376.000 Dollar), die USA (345.000 Dollar) und Norwegen (312.000 Dollar).

Weltweit geht Schere auseinander

Weltweit geht indes die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander. Global stieg das Vermögen der Menschen um 1,4 Prozent auf 256 Billionen Dollar. Vor der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 hatte es - befeuert vor allem vom Boom auf den Aktienmärkten - noch zweistellige Zuwachsraten gegeben.

Das Pro-Kopf-Vermögen stagnierte den Angaben zufolge durch die Zunahme der Weltbevölkerung bei 52.800 Dollar. „Die Folgen der Rezession von 2008/2009 werden das Wachstum weiterhin stark belasten. Immer mehr deutet auf eine langfristige Stagnation hin“, sagte Credit-Suisse-Experte Loris Centola voraus.

Zahl der Reichen stieg nach der Krise

Die Studienautoren gehen davon aus, dass dem obersten einen Prozent der Reichen inzwischen 50,8 Prozent des weltweiten Haushaltsvermögens gehören. Die Schere zwischen armen und vermögenden Menschen hatte sich den Angaben zufolge bis zum Ausbruch der Finanzkrise etwas geschlossen, ist seitdem aber wieder auseinandergegangen. In der Krise war die Zahl der Millionäre gesunken. Mittlerweile sei sie mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2000. Die Reichen profitierten in den vergangenen Jahren vor allem von steigenenden Kursen an den Börsen.

Zum Vermögen zählt die Studie sowohl Finanzvermögen, zum Beispiel Bargeld und Bankguthaben, als auch Sachvermögen wie Immobilien und Grundstücke. Der „Global Wealth Report“ erscheint jährlich und stützt sich auf Daten zum Vermögen von 4,8 Milliarden Menschen aus über 200 Ländern. Das Credit Suisse Research Institute ist eine Einrichtung der Großbank Credit Suisse.

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