Zahl der Opfer von Minen drastisch gestiegen

Mehr Tote, mehr Verletzte: Landminen haben 2015 mehr Menschen getötet und verletzt als in den Jahren davor. Mindestens 6.461 Menschen seien weltweit Opfer geworden, berichtete die Organisation Handicap International in München heute unter Berufung auf den „Landmine Monitor 2015“. Das sind rund 75 Prozent mehr als 2014. Damals wurden knapp 3.600 Opfer registriert.

Nachdem seit Ende der 1990er Jahre mit dem Abschluss eines internationalen Abkommens zum Minenverbot die Zahlen kontinuierlich gefallen waren, gab es im Vorjahr erstmals wieder einen Anstieg. „Das ist es, was uns Sorgen macht“, sagte Eva Maria Fischer, Sprecherin von Handicap International Deutschland.

Kinder oft betroffen

78 Prozent der Opfer waren den Angaben zufolge Zivilisten - davon wiederum 38 Prozent Kinder. Mehr als 60 Staaten und Gebiete sind weltweit mit Minen und explosiven Kriegsresten verseucht. Drei Viertel der Unfälle wurden allerdings alleine aus Afghanistan, Libyen, Syrien, der Ukraine und dem Jemen gemeldet.

Der Anstieg der Unfälle zeige, dass es weltweit immer mehr Konflikte gebe, an denen auch viele nicht staatliche Parteien beteiligt seien, sagte Fischer. Das Übereinkommen zum Minenverbot haben nur Staaten unterzeichnet. „Es gibt auch eine klare Zunahme bei der der Verwendung von selbst gebauten und improvisierten Minen.“ 21 Prozent der Unfälle - mehr als 1.300 - seien durch solche Minen verursacht worden. „Die Zahl war noch nie so hoch.“