Russland verlegt Schiffsabwehrraketen nach Kaliningrad

Im Streit über eine NATO-Aufrüstung in Osteuropa hat Russland Schiffsabwehrraketen in die Ostsee-Exklave Kaliningrad verlegt. „Russland macht alles Nötige, um sich vor der Expansion der NATO an seiner Grenze zu schützen“, kommentierte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow heute in Moskau. Er bezeichnete die NATO als „aggressiven Block“.

Die Allianz hatte bei ihrem Gipfel im Juli beschlossen, je 1.000 Soldaten nach Polen, Estland, Lettland und Litauen zu schicken. Zuvor war bekanntgeworden, dass die Streitkräfte Raketen vom Typ Bastion zum Schutz der Küste nach Kaliningrad verlegt haben. Sie haben eine Reichweite von etwa 600 Kilometern. In den vergangenen Jahren hatte bereits die mögliche Stationierung von Iskander-Raketen Kritik im Westen ausgelöst.

Moskau will an Sanktionen festhalten

Indes gab Russland auch bekannt, dass es an seinen Gegensanktionen als Antwort auf westliche Strafmaßnahmen möglichst lange festhalten will. Das Einfuhrverbot für bestimmte EU-Lebensmittel helfe den russischen Produzenten, sagte Präsident Wladimir Putin in Moskau. Deshalb werde man sich mit einer Aufhebung Zeit lassen.

„Wir zögern das so lange wie möglich hinaus“, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Die EU und die USA haben 2014 Sanktionen erlassen wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und wegen des Moskauer Eingreifens in den Konflikt in der Ostukraine. Die Strafen reichen von Einreiseverboten und Kontensperren für Mitglieder der russischen Führung bis zu Sanktionen gegen den Finanz- und Energiesektor.