Rechtsextreme „Alt-Right“-Initiative: Trump distanziert sich

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat sich von der rechtsextremen „Alt-Right“-Bewegung distanziert, die seinen Wahlsieg mit Nazi-Sprüchen und dem Hitlergruß gefeiert hat. „Ich möchte dieser Gruppe keinen Auftrieb geben, und ich erkenne sie nicht an“, sagte Trump gestern in einem Interview mit der „New York Times“.

Zuvor hatte die Zeitung Trump in einem Leitartikel aufgefordert, die „giftige Propaganda“ der „Alt-Right“-Bewegung, die er in seinem Wahlkampf selbst „aus dem Schatten geholt“ habe, „eindeutig zu verurteilen“.

Schweigen auf Twitter

Trump sei im Kurznachrichtendienst Twitter „verstummt“, nachdem rund 200 „weiße Nationalisten“ am Samstag in Washington eine „sehr öffentliche Coming-Out-Party voll von rassistischem und antisemitischem Schmutz“ gefeiert hätten, schrieb die „New York Times“.

Auch ein bekannter Kolumnist der „Washington Post“, Dana Milbank, forderte Trump auf, seine „Neonazi-Anhänger“ deutlicher in die Schranken zu weisen und ihren „dreisten Marsch“ in die politische Mitte zu stoppen.

„Sieg Heil!“-Rufe

Die Veranstaltung war vom National Policy Institute unweit des Weißen Hauses veranstaltet worden. Am Montag veröffentlichte das Magazin „The Atlantic“ ein Video vom Auftritt des Institutsleiters Richard Spencer, der seine Rede zu Trumps Wahlsieg mit dem Ausruf „Heil unserem Volk! Sieg Heil!“ beendete. Einige Zuhörer wiederholten die Nazi-Sprüche in Sprechchören und zeigten den Hitlergruß. Nach Angaben anwesender Journalisten riefen einige von ihnen auch „Heil Trump!“.

Keine Ermittlungen gegen Clinton

Unterdessen bestätigte Trump, dass er keine weiteren Ermittlungen gegen Hillary Clinton vorantreiben will. „Ich will die Clintons nicht verletzen. Das will ich wirklich nicht“, sagte Trump gegenüber der „New York Times“. „Sie hat viel durchgemacht und auf sehr unterschiedliche Weise stark gelitten“, fügte er demnach hinzu.

Der Sender MSNBC hatte zuvor berichtet, Trumps Entscheidung gelte sowohl für Clintons Nutzung eines privaten Servers für ihre E-Mails in ihrer Zeit als Außenministerin als auch für hinterfragte Praktiken der Clinton-Stiftung. Das FBI war nach Ermittlungen zu dem Schluss gekommen, dass Clinton sich mit der Nutzung des privaten Servers nicht strafbar gemacht hat. Trump hatte im Wahlkampf mehrfach angekündigt, als Präsident einen Sonderermittler damit zu beauftragen, die Affäre neu zu untersuchen.

Trump-Kandidat unterlief Panne

Im Zuge der Ministersuche trifft Trump dieser Tage mögliche Kandidaten. So auch am Sonntag (Ortszeit), als Kris Kobach zu einem Gespräch geladen war. Der derzeitige Staatssekretär des US-Bundesstaats Kansas will neuer Heimatschutzminister werden. Bei seiner Ankunft offenbarte Kandidat Kobach ungewollt sein geplantes Programm einem Fotografen - im gut lesbaren Teil ist das Strategiepapier gespickt mit Hardliner-Positionen.

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