Ausschreitungen im größten Flüchtlingszentrum Bulgariens

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Flüchtlinge in Bulgariens größtem Aufnahmezentrum haben gewaltsam gegen eine nach Erkrankungen verhängte Ausgangssperre protestiert. Das berichteten bulgarische Medien heute übereinstimmend.

Die Flüchtlinge verlangten außerdem, dass die bulgarische Grenze zu Serbien geöffnet werde, da sie nicht länger in dem ärmsten EU-Land bleiben wollten.

Ausschreitungen in Bulgarien

APA/AFP

Die Ausschreitungen in dem Aufnahmezentrum bei Harmanli nahe der türkischen Grenze gingen heute Nachmittag trotz eines Polizeieinsatzes weiter. Wie das öffentlich-rechtliche Radio berichtete, zündeten aufgebrachte Flüchtlinge Autoreifen an, beschädigten Tische und Sessel in dem Speisesaal und warfen Mülltonnen um. Zum Aufruhr kam es, nachdem Flüchtlinge die Einrichtung verlassen wollten.

Flüchtlinge dürfen Zentrum nicht verlassen

Die rund 3.000 Flüchtlinge dürfen das Zentrum seit Dienstag vorerst nicht verlassen, weil es dort mehr als hundert Krankheitsfälle gibt. Bei 128 Menschen hatten Ärzte vor allem Hautkrankheiten sowie Windpocken und Virusinfektionen festgestellt. Es gebe allerdings, wie es hieß, keine Massenerkrankungen. Mit der Ausgangssperre reagierten die Behörden auf Proteste von Nationalisten.

Bulgariens Aufnahmezentren sind voll besetzt. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt rund 13.000 Flüchtlinge registriert. Die Tendenz im November ist nach amtlichen Angaben leicht rückläufig.