Aleppo: Laut Moskau Gespräche über Abzug von Rebellen

Russland und die USA wollen nach Angaben aus Moskau in Kürze über den Abzug aller Rebellen aus dem umkämpften Ostteil der syrischen Stadt Aleppo verhandeln. Die Gespräche fänden voraussichtlich morgen Abend oder am Mittwoch in Genf statt, kündigte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau an.

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In Aleppo finden weiterhin schwere Kämpfe statt.

Dabei sollten genaue Festlegungen für den Abzug aller Rebellen aus der einstigen Wirtschaftsmetropole getroffen werden. Laut Lawrow sollen Routen und Zeitpunkte für den Abzug vereinbart werden. Anschließend könnte dann eine Feuerpause in Kraft treten.

UNO-Resolution „provokativer Schritt“

Einen UNO-Resolutionsentwurf für eine siebentägige Waffenruhe in Aleppo, über die der Sicherheitsrat heute in New York abstimmen wollte, nannte Lawrow angesichts des Zeitpunkts vor den US-russischen Verhandlungen einen „provokativen Schritt“. Dadurch würden die Bemühungen Moskaus und Washingtons unterminiert.

Rauchwolken über Aleppo

Reuters/Omar Sanadiki

Die Vetomacht Russland hatte sich gegen den Entwurf gestemmt und lediglich eine 24-stündige Feuerpause unterstützt, die für Angriffe auf dschihadistische Gruppen nicht gelten sollte. Die russische Luftwaffe unterstützt seit September 2015 die Regierungstruppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

73 Tote bei Luftangriffen

Bei Luftangriffen starben mindestens 73 Menschen, so die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien. Es seien auch Fassbomben abgeworfen worden. Die Regierungstruppen rücken in den Rebellengebieten der umkämpften Großstadt indes immer weiter vor.

Die Armee und ihre Verbündeten haben laut der Beobachtungsstelle heute nahe der Zitadelle ein weiteres Viertel erobert. Der Meldung zufolge kontrollieren sie jetzt mehr als zwei Drittel des Gebietes, das bis vor Kurzem in den Händen von Milizen der Opposition war.