Minister gratulieren Van der Bellen

Auch aus den Reihen der Bundesregierung wird dem neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen gratuliert, mehrere Minister haben ihre Glückwünsche via Facebook deponiert. Jörg Leichtfried (SPÖ) zeigte sich erleichtert. Er sah das Ergebnis angesichts der reinen Zuschauerrolle von SPÖ und ÖVP bei der Stichwahl aber auch als „klaren Auftrag“.

Schelling sieht „bei den meisten eine Art Erleichterung“

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) ortet „bei den meisten eine Art Erleichterung“. Dem Rechts- und auch Linkspopulismus in der EU sei damit aber „noch kein Einhalt geboten“. Die Rezepte gegen den Populismus seien „extrem schwierig. Auch Zahlen, Daten, Fakten nützen hier nur sehr eingeschränkt.“ Nun gelte es, Missstände durch Leistung zu beseitigen.

„Bin ich froh, dass es so ausgegangen ist“, freute sich Leichtfrieds Parteikollegin, Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, in einem Posting. Sie wünsche Van der Bellen „viel Kraft, die er jetzt brauchen wird, um die aufgerissenen Gräben wieder zu schließen“. Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) gratulierte ebenfalls.

„Gemeinsames vor Trennendes“

Das tat auch Familienministerin Sophie Karmasin auf Facebook. Van der Bellen müsse nun „das Gemeinsame vor das Trennende stellen und an einem Österreich arbeiten, das in seiner Vielfalt geeint ist“. ÖVP-Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter freute sich auf eine gute Zusammenarbeit „für ein lebenswertes Österreich in einem starken Europa“.

Österreich sei bei dieser Wahl international und europaweit unter Beobachtung gestanden, man habe aber gezeigt, „dass wir für Weltoffenheit und Vernunft stehen“, betonte SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar. Auch Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) sprach Glückwünsche aus.

Gratulationen aus Brüssel

Der Großteil der österreichischen Abgeordneten im EU-Parlament zeigte sich erleichtert - mit Ausnahme der FPÖ, von der es vorerst keine Reaktion gab. ÖVP-Delegationsleiter Othmar Karas, der sich bereits während des Wahlkampfs klar hinter Van der Bellen positioniert hatte, brachte auch über den Kurznachrichtendienst Twitter seine Freude zum Ausdruck. „Das klare Bekenntnis zur Europäischen Union wurde belohnt“, schrieb er dort.

Auch sieht er durch den Wahlausgang die „Rolle Österreichs in Europa gestärkt“. Auch SPÖ-Delegationsleiterin im EU-Parlament, Evelyn Regner, sprach von einem „wichtigen Signal“ für ein stabiles Europa. Wenig überraschend auch die Jubelstimmung bei den grünen Europaabgeordneten.

„Der klare Sieg von Van der Bellen gibt Hoffnung für die gesamte Europäische Union. Er hat gezeigt, dass es andere, bessere Alternativen zu den etablierten Parteien als den Rechtspopulismus gibt“, erklärte Delegationsleiterin und Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Ulrike Lunacek. Die NEOS-Europaabgeordnete Angelika Mlinar zeigte sich erfreut über den Sieg Van der Bellens. „Man kann Wahlen gewinnen mit proeuropäischer Haltung“, schrieb Mlinar auf Twitter.