Schuldenmanagement: Euro-Gruppe unterstützt Athen

Die Euro-Partner greifen Griechenland mit einem Paket zum besseren Schuldenmanagement unter die Arme. Die Euro-Finanzminister billigten gestern eine Reihe von Maßnahmen, die unter anderem Risiken bei Zinssteigerungen verringern sollen und Laufzeiten von Teilen der Schulden verlängern.

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sagte, die Vereinbarung werde „bedeutende Auswirkungen auf die Tragfähigkeit der Schulden für Griechenland haben“.

Erleichterungen gewährt

Die Euro-Partner hatten sich mit dem hoch verschuldeten Griechenland Mitte 2015 auf ein drittes Hilfsprogramm in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro geeinigt. Im Mai stimmten die Finanzminister der Währungsunion zu, Athen kurzfristig, aber in begrenztem Ausmaß beim Schuldendienst zu entlasten. Über weitergehende Schuldenerleichterungen soll erst nach Ende des Hilfsprogramms ab Mitte 2018 gesprochen werden.

Der Direktor des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, sprach mit Blick auf die vereinbarten Maßnahmen von einem „wichtigen Schritt, um die griechische Schuldentragfähigkeit zu verbessern“. Sie könnten dazu führen, dass Griechenlands Schuldenstand im Jahr 2060 um 20 Prozentpunkte niedriger ausfallen könne. Heute belaufen sich Athen Schulden auf 180 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

„Sehr begrenzte“ Mehrkosten

Zu den Kosten für die Euro-Partner sagte Regling, diese seien „sehr begrenzt“. Durch Entgegenkommen bei den Zinsen verzichteten die Mitgliedsstaaten auf 200 Millionen Euro. „Alle anderen Kosten für die Umsetzung der unterschiedlichen Maßnahmen werden durch Griechenland getragen.“ Dabei könnten anfangs für Athen Kosten entstehen, die dann später durch bessere Kreditkonditionen kompensiert würden.