Dämpfer für Merkel bei Wiederwahl zur CDU-Vorsitzenden

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat bei ihrer Wiederwahl zur CDU-Vorsitzenden einen Dämpfer erhalten. Am Bundesparteitag heute in Essen (Nordrhein-Westfalen) stimmten laut CDU-Angaben 89,5 Prozent der Delegierten für sie.

„Ich freue mich über das Ergebnis“, sagte Merkel. Das Ergebnis ist allerdings ihr zweitschlechtestes bei ihren bisher neun Wahlen zur Parteivorsitzenden. Ihr bisher niedrigster Wert war 88,4 Prozent im Jahr 2004.

„Bundestagswahl wird schwierig“

Zuvor hatte Merkel ihre Partei auf einen harten Wahlkampf bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr eingestimmt und eindringlich um Unterstützung gebeten. „Ihr müsst mir helfen“, sagte die 62-Jährige zu den rund 1.000 Delegierten.

„Die Bundestagswahl wird schwierig wie keine Wahl zuvor, zumindest seit der Einheit. Sie wird wahrlich kein Zuckerschlecken“, sagte sie. Merkel steht seit fast 17 Jahren an der Spitze ihrer Partei.

Wahlkampf gegen Rot-Rot-Grün

In ihrer 77-minütigen Rede wurde Merkel erst in der letzten Viertelstunde kämpferisch und persönlich. Ihre Entscheidung, nochmals als Kanzlerkandidatin anzutreten, sei alles andere als trivial gewesen - „weder für das Land noch für die Partei noch für die Person“, sagte die Parteivorsitzende. „Ich will immer noch und immer weiter ins Offene gehen.“

Merkel machte deutlich, dass der Wahlkampf gegen das Regierungsmodell Rot-Rot-Grün gerichtet wird. „Wir haben die Aufgabe, so stark zu sein, dass das verhindert wird“, sagte sie. „Unsere Zukunft hängt einzig und alleine von unserer eigenen Stärke ab.“ Derzeit regiert die CDU mit ihrer bayrischen Schwesterpartei CSU in einer Großen Koalition mit der SPD.

Forderung nach Burkaverbot

Die Parteivorsitzende wurde von Delegierten mit elf Minuten stehendem Applaus gefeiert. Während ihrer Rede erhielt sie besonders viel Beifall für ihre Forderung nach einem Burkaverbot, wo immer das rechtlich möglich ist.