EZB erforscht Technologien für digitale Währungen

Die Europäische Zentralbank (EZB) untersucht zusammen mit der japanischen Notenbank den Einsatz neuer digitaler Verfahren, die der digitalen Währung Bitcoin zugrunde liegen. „Mit der Bank of Japan haben wir ein gemeinsames Forschungsprojekt vereinbart“, sagte EZB-Direktor Yves Mersch gestern auf einem Bankenkongress in Frankfurt.

Geschäfte ohne zentrale Stelle

Dabei solle die Nutzung der Distributed Ledger Technology (DLT) in der Marktinfrastruktur unter die Lupe genommen werden. DLT ermöglicht es, dass im digitalen Zahlungsverkehr Geschäfte zwischen Nutzern aufgezeichnet werden können, ohne dass dabei eine zentrale Stelle jede einzelne Finanztransaktion legitimieren muss. Dabei funktioniert DLT wie eine geteilte Datenbank, die ein öffentlich geführtes Kontobuch gestattet.

Neue Konkurrenz für Banken

Viele Experten trauen neuen virtuellen Bezahlsystemen wie etwa Bitcoin großes Zukunftspotenzial im Zahlungsverkehr zu. Den Banken könnte durch diese Technologien neue Konkurrenz erwachsen.

Aktuell tauge diese Technologie zwar noch nicht für den Massenbetrieb, sagte Mersch. Ihre künftige Nutzung müsse aber erforscht werden. Mehrere Großbanken haben bereits Systeme für den Anleihenhandel getestet, die auf solchen Verfahren beruhen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Studie sollen nächstes Jahr veröffentlicht werden.