Trump macht Kohlefreund zu Chef von Umweltbehörde

Donald Trump macht Scott Pruitt (48), einen engen Vertrauten der Kohle- und Ölindustrie, zum Chef der mächtigen US-Umweltschutzbehörde EPA. Das bestätigte das Team des designierten US-Präsidenten heute US-Medien. Nach Einschätzung der „New York Times“ belegt die Entscheidung Trumps Absicht, die Errungenschaften seines Vorgängers Barack Obama in Sachen Klimaschutz abzubauen.

Als Chefankläger des Bundesstaates Oklahoma war Pruitt einer der Architekten des Kampfes gegen Obamas „Clean Power Plan“. Dieses Vorhaben für sauberere Kraftwerke bezeichnete Pruitt als „Krieg gegen die Kohle“.

Allianz gegen Obamas Klimapolitik

Im Jahr 2014 führte Pruitt nach Recherchen der „New York Times“ eine Allianz großer Energieversorger gegen klimapolitische Regulierungen Obamas an. Es ist Trump rechtlich nicht möglich, den „Clean Power Plan“ komplett einzureißen. Er kann ihn aber entscheidend aufweichen.

Im Wahlkampf hatte Trump mehrfach angekündigt, er werde die EPA abschaffen, vor allem weil sie zu teuer sei.

General soll Heimatschutzminister werden

Daneben favorisiert Trump offenbar einen früheren General des Marine Corps für den Posten des Heimatschutzministers. Trump plane die Nominierung von John Kelly für den Posten, berichtete der Sender CBS News unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen. Kelly wäre bereits der dritte General, den Trump in eine hochrangige Position berufen will.

Gouverneur als Botschafter in China

Eine weitere Personalie wurde zudem entschieden: Trump will Iowas Gouverneur Terry Branstad zum US-Botschafter für China machen, wie ein Sprecher des künftigen Präsidenten bekanntgab. Der Senat muss der Personalie noch zustimmen. Branstad hat keinerlei außenpolitische Erfahrung, der 70-Jährige unterhält aber umfangreiche Verbindungen nach China und verfügt über gute Kontakte zu Präsident Xi Jinping.

Außenminister soll nächste Woche verkündet werden

Den Außenminister will Trump nächste Woche verkünden. In einem Telefonat mit der „Today“-Show des Senders NBC sagte Trump, der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney sei nach wie vor im Rennen um diesen Posten. „Wir hatten heftige Schwierigkeiten miteinander“, sagte Trump. „Es geht hier aber nicht um Rache, es geht darum, was gut für das Land ist, und ich kann diese Dinge hinter mir lassen.“