Gespräche mit Parteien: Mattarella setzt Konsultationen fort

Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella, der gestern Abend politische Konsultationen für eine Bewältigung der politischen Krise begonnen hat, setzt seine Gespräche heute fort. Vorgesehen sind Treffen mit den kleineren im Parlament vertretenen Parteien, darunter der Südtiroler Volkspartei (SVP), deren Delegation am Vormittag in Rom empfangen wird.

Laut italienischen Medienberichten will Mattarella versuchen, schon am Montag eine Übergangsregierung einzusetzen. Er wolle dafür sorgen, dass Italien mit einer neuen Regierung am EU-Gipfeltreffen am 15. Dezember teilnehmen kann.

Als mögliche Premierskandidaten werden Senatspräsident Pietro Grasso, der scheidende Außenminister Paolo Gentiloni und der scheidende Infrastrukturminister Graziano Delrio gehandelt.

Oppositionsparteien machen Druck

Ein kompakter Block aus Oppositionsparteien, die großen Widerstand gegen die Verfassungsreform geleistet haben, macht Druck auf Mattarella für sofortige Neuwahlen. Angeführt wird die Front der Neuwahlbefürworter von der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung.

Die „Grillini“, die Anhänger von Fünf-Sterne-Gründer und Starkomiker Beppe Grillo, haben bereits Onlinekonsultationen über ein Wahlprogramm und einen Premierskandidaten gestartet.