Hammerschmid: Schulautonomie-Einigung Anfang 2017

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) rechnet innerhalb des ersten Quartals mit einer Einigung in Sachen Schulautonomie und Bildungsdirektionen. „Sie kennen die Partner und die Vielzahl der Partner. Die Diskussion ist gut, aber wir müssen uns dem stellen“, sagte Hammerschmid gestern in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“ zur Frage, warum das ursprünglich für Dezember angekündigte Ergebnis ausstehe.

Die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie haben die Ministerin hörbar unzufrieden gemacht. „Ich bin grantig, wenn ich diese Ergebnisse sehe“, so Hammerschmid. Man müsse nun weiter an den Rahmenbedingungen und der Qualität der Pädagogik arbeiten. Die geplante Schulautonomie soll Lehrern künftig etwa innovative Unterrichtsformen ermöglichen.

Die Geschlechterkluft in den naturwissenschaftlichen Fächern will die Bildungsministerin durch gendersensiblen Unterricht und entsprechende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei den Lehrern schließen. Reine Mädchenklassen in den naturwissenschaftlichen Fächern lehnt Hammerschmid hingegen ab.

„Floskeln“ und „Blauer Brief“

Kritik kam von der Opposition: FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz sieht in Hammerschmids Aussagen vor allem „Floskeln“ und „Sprechblasen“. Die PISA-Ergebnisse als inakzeptabel zu bezeichnen, werde nicht reichen. Der grüne Bildungssprecher Harald Walser kritisierte Hammerschmids Ankündigungsrhetorik und forderte einen nationalen Bildungsgipfel sowie Taten.

NEOS-Chef Matthias Strozl forderte nicht nur ein Update im Regierungsprogramm, sondern auch in der Bildungspolitik. Die PISA-Ergebnisse seien ein blauer Brief an die Regierung, er forderte eine Einbindung der Opposition in die Bildungsreform. Team-Stronach-Klubobmann und Bildungssprecher Robert Lugar meinte, dass sich die Bildungsministerin „endlich gegen die Landeshäuptlinge und die Lehrergewerkschaften“ durchsetzen müsse.

Die Industriellenvereinigung (IV) sah Österreich angesichts der PISA-Ergebnisse in der „Durchschnittsfalle“ gefangen. Die eingeleiteten Reformen im Bildungssystem müssten rasch und konsequent umgesetzt werden, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.