Ganztagsschulen werden ausgebaut

Eine breite Mehrheit trägt im Nationalrat den Ausbau der ganztägigen Schul- und Betreuungsangebote zumindest in der Richtung mit. Die finanzielle Basis für den Ausbau ist gestern von Koalition, Grünen und NEOS beschlossen worden.

Nur die FPÖ stellte sich in der Debatte klar gegen das von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) vorgelegte Bildungsinvestitionsgesetz, mit dem die Investitionen bis 2025 geregelt werden. Insgesamt 750 Mio. Euro stellt der Bund - gespeist aus der neuen Bankenangabe - ab nächstem Jahr zur Verfügung, damit bis 2024/25 für jedes Kind in einem Umkreis von maximal 20 Kilometern zum Wohnort ein ganztägiges Angebot zur Verfügung steht.

Förderungen für öffentliche und Privatschulen

Gefördert werden sowohl öffentliche als auch mit Öffentlichkeitsrecht ausgestattete Privatschulen mit einem fixen Anteil vom Bildungsministerium und einem flexiblen Anteil vom Land. Die 250 Mio. Euro, über die die Länder selbst bestimmen können, sind für die Umwandlung von Klassen mit Nachmittagsbetreuung in „verschränkte“ Klassen reserviert.

Der Vorrang für die „verschränkte“ Form von Unterricht, Lern-, Ruhe- und Freizeitphasen ist der Grund, warum die FPÖ nicht zustimmt. Damit werde die Wahlfreiheit beschränkt, kritisierte Walter Rosenkranz. Verschränkte Ganztagsschulen „können, aber müssen nicht“ besucht werden, stellte SPÖ-Abgeordnete Elisabeth Grossmann klar. Sie freute sich über einen „wichtigen Schritt zur Verbesserung des Bildungswesens“.

„Glas halb voll“

Man würde für jene Kinder ein Angebot machen, deren Eltern weniger Unterstützung am Nachmittag bieten können, so ÖVP-Abgeordnete Brigitte Jank. Den Grünen missfällt zwar, dass nicht gleichzeitig auch die integrierte Gesamtschule ausgebaut wird. Dennoch sei „das Glas halb voll“ , so Harald Mahrer.

Verärgert zeigte sich NEOS-Klubchef Matthias Strolz, dass die Länder über ein Drittel des Geldes verfügen könnten. „Grundsätzlich eine gute Sache“ ist die Ganztagsbetreuung für Robert Lugar (Team Stronach) - aber es ist ihm zu wenig, dass nur ein Anteil von 15 Prozent Kindern in verschränktem Unterricht in zehn Jahren angestrebt werde.