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Aufsichtsbehörde sah überhöhte Preise

Zwei Wochen vor Weihnachten hat die venezolanische Regierung bei einem Händler in der Hauptstadt Caracas rund 3,8 Millionen Spielsachen beschlagnahmt.

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Die Aufsichtsbehörde SUNDDE für gerechte Preise wirft dem Unternehmen vor, die Spielzeuge gehortet und nun zu überhöhten Preisen angeboten zu haben. Es soll sich um Margen von „bis zu 54.256 Prozent“ gehandelt haben.

„Wir verurteilen die Verletzung der sozioökonomischen Rechte unserer Buben und Mädchen“, zitierte die Behörde den SUNDDE-Chef William Contreras (Ortszeit) auf Twitter. Die Firma agiere unpatriotisch. Bei der Aktion wurden auch zwei Manager festgenommen. Die Regierung wolle das Spielzeug jetzt an Arme verteilen oder es an lokale Versorgungskomitees weitergeben, hieß es. Diese sollten die konfiszierten Produkte zu „gerechten“ Preisen verkaufen.

„Das war Plünderung“

Der Präsident der venezolanischen Handelskammer, Francisco Fernandez, kritisierte die Aktion als „unverantwortlich“. Die Regierung gefährde das Privateigentum und behindere das Schaffen von Jobs. „Das war Plünderung des Inventars“, sagte er dem Sender CNN.

Die konfiszierten Spielsachen in einer Lagerhalle

APA/AFP/Federico Parra

Die beschlagnahmten Waren in einem Lager in Caracas

Venezuela befindet sich in einer anhaltenden Versorgungskrise. Der niedrige Ölpreis, fehlende Devisen und Misswirtschaft machen dem sozialistischen Land zu schaffen. Den Menschen fehlt es an den meisten Gütern des alltäglichen Lebens, inklusive Nahrung und Medizin. Die Inflation hat in den vergangenen Wochen noch einmal drastisch angezogen, weswegen größere Geldscheine eingeführt werden sollten.

Grenze zu Kolumbien geschlossen

Schmuggel und Schwarzmarkt in Venezuela blühen. Wer kann, geht über die Grenze nach Kolumbien zum Einkaufen. Vergangene Woche ließ die venezolanische Regierung die Grenze zu dem Nachbarland allerdings zum wiederholten Mal für 72 Stunden sperren. Als Grund führte die Regierung den Geldschmuggel an. Die Maßnahme sei nötig, um kriminellen Organisationen das Handwerk zu legen, die versuchten, die Wirtschaft des Landes zu destabilisieren, sagte Präsident Nicolas Maduro.

Die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien war erst im August nach einem Jahr wieder geöffnet worden. Am Vortag hatte die Regierung bereits angekündigt, alle Geldscheine im Wert von 100 Bolivar aus dem Verkehr zu ziehen. Angeblich werde vor allem aus Kolumbien, aber auch aus Deutschland, Tschechien und der Ukraine gezielt Bargeld aus Venezuela aufgekauft, um dem Land Liquidität zu entziehen. Dahinter stecke das US-Finanzministerium.

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