Ermordeter russischer Botschafter nach Moskau überführt

Ein Flugzeug mit dem Leichnam des ermordeten russischen Botschafters in Ankara, Andrej Karlow, ist gestern Abend in Moskau eingetroffen. Das meldete die Agentur Interfax. Am Flughafen Wnukowo warteten der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu auf den Sonderflug.

Karlow war am Vorabend bei einer Ausstellungseröffnung in Ankara von einem türkischen Polizisten in Zivil erschossen worden. Der Attentäter wollte damit mutmaßlich gegen den russischen Militäreinsatz in Syrien protestieren.

Präsident Wladimir Putin ordnete wegen der Anschläge in Ankara und Berlin verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an diplomatischen Vertretungen in Russland und russischen Auslandsvertretungen an. US-Außenminister John Kerry sprach Lawrow in einem Telefonat sein Beileid wegen des Attentats auf den Botschafter aus.

Türkei macht Gülen-Bewegung verantwortlich

Die türkische Regierung macht nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu die Gülen-Bewegung für das tödliche Attentat verantwortlich. Außenminister Mevlüt Cavusoglu habe seinem US-Amtskollegen John Kerry in einem Telefonat mitgeteilt, „dass Fetö hinter diesem Anschlag steckt“, meldete Anadolu unter Berufung auf diplomatische Kreise in Ankara. Das wüssten sowohl die Türkei als auch Russland.

Fetö ist die amtliche türkische Bezeichnung für die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen, die in der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird. Die Regierung hält Gülen für den Drahtzieher des Putschversuches in der Türkei Mitte Juli und fordert von den USA dessen Auslieferung.