GB: Premier May für längere „Brexit“-Übergangszeit

Die britische Premierministerin Theresa May hat sich erstmals für eine Übergangsphase nach dem EU-Austritt ihres Landes ausgesprochen. Sie rechne eigentlich damit, die „Brexit“-Verhandlungen mit der EU in der vorgeschriebenen Zeit von zwei Jahren abschließen zu können, sagte May gestern im Parlament in London.

Erklärung soll im März abgegeben werden

Für einige „praktische Aspekte“ müsse es danach aber möglicherweise noch einen Übergangszeitraum zur Umsetzung der Vereinbarungen geben. Die Briten hatten in ihrer Volksabstimmung am 23. Juni mehrheitlich für den „Brexit“ gestimmt. Der auf zwei Jahre angelegte Austrittsprozess kann erst beginnen, wenn London das Ausscheiden aus der EU nach Artikel 50 des EU-Vertrags beantragt hat. May will die Austrittserklärung bis Ende März abgeben.

Der britische Finanzminister Philip Hammond hatte sich bereits in der vergangenen Woche für ein Übergangsabkommen für die Zeit nach dem für 2019 geplanten EU-Austritt ausgesprochen, um für die komplexen Gespräche bis zu einer endgültigen Entflechtung der Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU mehr Zeit zu schaffen. Er will damit vor allem Nachteile für die britische Finanzbranche abfedern.