Venezolaner überquerten Grenze zu Kolumbien für Einkäufe

Angesichts der akuten Versorgungskrise in ihrem eigenen Land haben gestern Tausende Venezolaner die Grenze nach Kolumbien überquert, um sich dort mit Lebensmitteln und Medikamenten einzudecken.

Grenze wieder geöffnet

Präsident Nicolas Maduro hatte die Öffnung der seit acht Tagen geschlossenen Grenze zuvor in einem Telefonat mit seinem kolumbianischen Amtskollegen Juan Manuel Santos vereinbart, wie Kommunikationsminister Ernesto Villegas mitteilte.

Venezulaner überqueren die Grenze zu Kolumbien

APA/AFP/George Castellanos

Die Präsidenten einigten sich laut Angaben darauf, die Grenze „schrittweise“ wieder zu öffnen, aber „strikte Sicherheitskontrollen“ beizubehalten. Mehrere tausend Menschen überquerten daraufhin den Fußgängerübergang in die kolumbianische Grenzstadt Cucuta. „Gott sei Dank, die Grenze ist wieder offen“, sagte der 29-jährige Christian Sanchez, der die Grenze über die Simon-Bolivar-Brücke überquerte. In Venezuela gebe es weder Lebensmittel noch Medikamente noch Windeln zu kaufen.

Nahrungsmittel- und Bargeldkrise

Die Versorgungskrise in Venezuela hatte sich in den vergangenen Tagen durch eine heftig umstrittene Bargeldreform noch verschärft. Am Wochenende waren bei Zusammenstößen und Plünderungen nach Behördenangaben drei Menschen getötet worden.

Im Zentrum der wütenden Proteste steht die per Notstandsdekret erlassene Entscheidung von Präsident Maduro, den 100-Bolivar-Geldschein aus dem Verkehr zu ziehen. Seit Donnerstag war der Schein nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert worden. Maduro begründete diesen Schritt mit dem Kampf gegen die Mafia und erklärte, internationale Banden hätten in diesen Scheinen Milliarden ins Ausland verschoben. Auch die Schließung der Grenzen nach Kolumbien begründete Maduro mit Geldschmuggel durch die „Mafia“.